THEMA: ..was bleibt ist die Erinnerung...
19 Mai 2012 14:29 #236277
  • pedro62
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  • pedro62 am 19 Mai 2012 14:29
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von Keetmanshoop bis Lüderitz..

Am nächsten Morgen gings weiter Richtung Lüderitz und da ich schneller als erwartet an der Küste ankam (übrigens die Fahrt alleine ist schon ein Erlebnis, wie oft die Landschaft sich ändert) hab ich gleich die Geisterstadt Kolmanskop besucht, die rund 15 km vor den Toren von Lüderitz in der Wüste eingebettet liegt. Nun, das Alter der Gebäude und die noch sehr junge Geschichte dieser verlassenen Diamantenstadt waren für mich nicht das Faszinierende, wohl aber der Wille der Natur sich diesen Flecken Erde wieder einzuverleiben. Die Dünen die durch die halb offenen Fenster und Türen der Gebäude hereinwachsen und das Spiel der Farben und des Lichtes diesen Ort in ein surreales Motiv verwandeln, das ist das Flair das man nicht vergisst.
Die kleine überschaubare Hafenstadt Lüderitz wirkte auf mich wie eine im Dornröschenschlaf befindliche Perle. Die Stadt an sich ist schnell besichtigt, das Goerke-Haus, die Felsenkirche und die an eine kleine Ausgabe der an Kapstadt erinnernde Waterfront (heißt auch hier so). Bunte Häuser mit deutschen Aufschriften und Namen. Äußerst positiv ist mir der Aufenthalt im ‚Haus Sandrose‘ in Erinnerung, allein der Garten im Innenhof ist eine Augenweide, die Zimmer sehr nett eingerichtet und sehr freundliche und hilfsbereite Eigentümer. Für das Geld (es war eine der günstigsten Unterkünfte die ich hatte) eine wirkliche Empfehlung!!
Ich habe noch die Küste abgegrast zum Diaz Kreuz bis zur ‚Grosse Bucht‘ und den Abend mit einem Essen an der Waterfront (logischerweise mit einer Portion frischer Austern) ausklingen lassen. Hätte ich mehr Zeit gehabt, eine weitere Nacht wäre nett gewesen, aber wie immer packt man in seine Reise zuviele Orte in zu kurzer Zeit!











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19 Mai 2012 14:38 #236279
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  • pedro62 am 19 Mai 2012 14:29
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...von Lüderitz ins Tirasgebirge...

Bei strahlendem Sonnenschein, ohne Nebel!, gings am nächsten Morgen Richtung Tirasgebirge. Zuerst bis Aus, dann die D707 (und hier im Forum und diversen Reiseführern zu Recht immer als eine der schönsten Straßen Namibias bezeichnet) bis zur Farm Kanaan. Links die Dünen der Namib, rechts das Gebirge, man wird mit dem Staunen nicht fertig und saugt diese Traumlandschaft gierig in sich hinein. Dieser Reiseabschnitt war sicherlich einer meiner Höhepunkte auf der gesamten Route.
Ich habe mich, auch aufgrund der hier im Forum geschriebenen Bemerkungen, für die Farm Kanaan entschieden, da der Besitzer selbst fotografiert und daher ein Herz für Fotojäger hat. Hermi der Besitzer mag auf den einen oder anderen manchmal etwas seltsam wirken, aber im Grunde ist er eine Seele von einem Menschen. Seine herzliche Art, seine Verbundenheit zu seinem Land, das gute Essen und nicht zuletzt dieses herrliche Farmgelände, hier könnte man es auch länger aushalten. Sehr zu empfehlen die Farmfahrten die Hermi anbietet, sowohl ins Gebirge, als auch in die Dünen der Namib. Ein Traum für jeden Fotografen- das ist Namibia pur! Diese Farm kann ich zu 100 % empfehlen.
Der einzige Wehrmutstropfen, ich wollte im Tirasgebirge wandern gehen, Hermi warnte mich aber vor der hier vorkommenden schwarzen Mamba, die sehr angriffslustig und leider absolut tödlich ist (man hat rund 10 Minuten Zeit um sich vom Leben, nach dem Biss der Mamba, zu verabschieden). Die Wahrscheinlichkeit einer Mamba zu begegnen sei zwar äußert gering aber wenn … Farmbesucher hatten vor ein paar Wochen anscheinend eine Begegnung mit einem fast 5 Meter langen Exemplar und die Gäste waren nach 20 Minuten noch Kreidebleich vor Schreck (Gott sei Dank ohne Biss). Ich wusste allerdings auch nicht, dass es sich bei dieser Schlange um eine der wenigen handelt die aktiv und ohne Bedrohung den Menschen angreifen kann. Hermi meinte nur, wenn ich eine sehen sollte, dann sollte ich mich hinter einem großen Stein verstecken (die Schlange geht nur auf die Wärmereflektion) und auf keinen Fall davonlaufen, die Schlange sei ohnedies schneller… Mit diesem Wissen machte ich eine kleine Wanderung, aber wie man sich vorstellen kann, nicht mit einer wirklichen Freude…. – ich habe keine Mamba gesehen…
Nun, Schlangen waren und sind heuer allerorts ein Problem. Aufgrund der ausgedehnten Regenzeit des letzten Jahres ist die Population an Schlangen offenbar stark angestiegen und bereitet sehr vielen Farmern ziemliche Schwierigkeiten. Haustiere werden gebissen und selbst das Vieh ist nicht sicher. Auf Etango zB hat mir die Besitzerin erzählt, dass sie manchmal täglich bis zu 10 Puffottern, Speicobras und ähnliche unliebsame Tiere haben. Daher mein Rat unbedingt festes Schuhwerk (Knöchelhoch) und lange Hosen tragen, fest auftreten und immer die Augen am Boden haben (manchmal auch auf den Bäumen :P ).



















Letzte Änderung: 19 Mai 2012 14:46 von pedro62.
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19 Mai 2012 17:56 #236287
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Hi Pedro,

wunderschöne Landschaftsbilder! Da kommt sofort wieder Fernweh auf!

LG Claudia
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19 Mai 2012 18:05 #236289
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...vom Tirasgebirge in den Etosha NP...

Nach zwei wunderschönen Tagen auf Kanaan, ging die Reise weiter auf der D707 über Duwisib Castle, Maltahöhe, Kalkrand zurück nach Windhoek, wo ich auf der Immanuel Lodge eine Nacht verbrachte. Die Lodge ist sehr zu empfehlen vom Preis/Leistungsverhältnis, sehr sauber und schön angelegt. Die deutschen Besitzer kochen selbst und das Essen ist eine Wucht!

Nächsten Tag gings weiter rund 5 Stunden Fahrzeit in den Etosha NP. Dort war ich zwar schon letztes Jahr aber es war so beeindruckend, dass ich dort unbedingt noch mal hin wollte. Und gegenüber letztem Jahr waren heuer viel mehr Tiere zu sehen, sowohl an den Wasserstellen als auch in der Prärie. Ich fuhr über das Lindequist Gate bis Namutoni für eine Nacht, dann weiter bis Halali für eine Nacht und schließlich zwei Nächte in Okaukuejo.

Kurz meine Meinung zu den Camps. Namutoni war vom Zimmer her sehr schön, lästig finde ich die weiten Wege zum Restaurant (Fortbereich) und zum Wasserloch (dort war übrigens überhaupt nichts los in dieser Nacht). Halali ist das einfachste Camp und auch am abgewohntesten, aber sowohl letztes als auch dieses Jahr hatte ich hier die besten Tiersichtungen am Wasserloch. Okaukuejo ist für mich das schönste der drei Camps, das Wasserloch liegt sehr schön und wenn dann auch noch Betrieb herrscht… Das essen in allen drei Camps ist ok aber auch nicht mehr. Man merkt einfach den staatlichen Charakter.
Über den Aufenthalt im Park kann man nur sagen, entweder man hat Glück und sieht viele Tiere oder eben nicht… Ich machte mich jeden Morgen um 6:10 sofort nach dem Frühstück auf den Weg, denn am Morgen und Abend sind die Tiere logischerweise am aktivsten. In der Mittagshitze sind fast alle eher träge und faul.
Mein persönlichen Highlights waren:
Ein Löwenrudel mit acht Jungen bei Okondeka.
Die Jagd zweier Löwinnen direkt an der Pfanne ebenfalls bei Okondeka, während die Männchen faul hinter einem Gebüsch gelungert haben.
Am Wasserloch in Halali waren drei Nashörner, die auch noch meinten miteinander kämpfen zu müssen sowie drei Elefanten, die aber nur die Vorhut war für eine Elefantenherde mit 40-50 Tieren. Das war schon ein Erlebnis.

























Letzte Änderung: 19 Mai 2012 18:10 von pedro62.
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19 Mai 2012 18:13 #236290
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Hallo Pedro,

mannomann sind das tolle Bilder, einfach GRANDIOS!!!
Ganz vielen lieben Dank dafür!!!

Lieber Gruß
Kathy
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19 Mai 2012 18:14 #236291
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... Etosha nach Erongo-Ameib...

Ja und nach 4 Tagen Etosha ging es über das Andersson Gate über Outjo, Omaruru, Karibib ins Erongogebirge auf die Ameib Ranch, meiner vorletzten Station. Ich blieb hier zwei Nächte um ausgiebig diese spektakuläre Landschaft genießen zu können. Wanderungen zur Phillips Cave, dem Elephantshead und zur Bull’s Party gehörten natürlich dazu. Diese Felsformationen sind schon beeindruckend, fehlen nur noch die Dinosaurier…
Die Ranch ist sehr ordentlich geführt. Das Essen ist gut und die Unterkunft ist zweckmäßig eingerichtet. Am zweiten Abend war ich der einzige Gast, daher gabs das gleiche Gericht wie am Vorabend.

Von Ameib gings zurück nach Windhoek. Mietwagen nach 5034 gefahrenen Kilometern abgegeben, ging sehr rasch und ohne Probleme (African Tracks kann ich ohne Bedenken empfehlen) und ich wurde noch auf die Etango Ranch nahe dem Flughafen gefahren. Als Unterkunft vor einem Rückflug am frühen Morgen sehr empfehlenswert. Bis zum Flughafen sind es rund 2 km. Die Besitzer sprechen deutsch und das Essen war wieder einmal hervorragend. Die Zimmer sind sauber und zweckmäßig eingerichtet.

Tja, leider vergeht die Zeit immer viel zu schnell (zumindest im Urlaub). Pünktlich gings mit Air Berlin, und das zum ersten Mal über Berlin, zurück nach München und knapp 3 Wochen Namibia sind Geschichte. Alles in allem war es wieder eine tolle Reise ohne Probleme mit vielen Bildern und Erinnerungen im Gepäck.







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