THEMA: Der "bayern schorsch" auf Afrika-Tour
22 Okt 2011 12:40 #209977
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  • bayern schorsch am 22 Okt 2011 12:40
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Hallo Marina, Annick und Helgi,

ich schlage vor, wir machen hier ein Wein-Forum auf. :) :) :)

Nachdem ich ja gestern einfach zu müde war (ich glaub das ist der Wechsel, oder ich bin schon drüber ?!?) geht´s heute wieder mit Volldampf mit dem Reisebericht weiter.

Gleich der Anfang mit der Grenze ist vielleicht ein wenig langatmig, aber ehrlich gesagt wusste ich nicht, wie ich das kürzen konnte, ohne dass die Logik abhanden kommt.

Also - bitte zurücklehen, da muss man jetzt einfach durch!

28.09.2011 Zimbabwe und die Victoria-Fälle

Zimbabwe - schon allein dieses Wort, wenn man das auf der Zunge zergehen lässt, das klingt schon mal von Haus aus nach Abenteuer.

Zimbabwe - vormals Rhodesien, mit einer diktatorischen Regierung, die die einstige Kornkammer Afrikas zu einem der ärmsten Länder hat werden lassen.

Zimbabwe - ein Land mit schätzungsweise 80 % Arbeitslosigkeit und wo die Bevölkerung oft gar nicht mehr weiß, wie sie ihre Familien satt bekommen.

Zimbabwe - das Land, wo es die Victoriafälle gibt, mit einer der schönsten Wasserfälle dieser Erde.

Zimbabwe - wo wir gnadenlos betrogen und regelrecht über den Tisch gezogen wurden.:(


Aber alles wieder der Reihe nach:

Ein tolles Frühstück in der Chobe Safari Lodge, wir checken aus und es wird uns versprochen, dass wir morgen das gleiche Zimmer wieder bekommen. Safari-Room, Nummer 86 im ersten Stock (mit Riverview). Mal schauen ...
Und alle wünschen uns einen schöne Reise ins Nachbarland. (Ha ha, die wissen wahrscheinlich schon, was auf uns zukommt, und dass wir mit dem "own car" unterwegs sind, glaubt uns eh keiner ...)


Zur Grenze nach Zimbabwe ist´s nicht weit, vielleicht so 12 oder 15 km. Wir sind bald da und groß ist unsere Anspannung, als wir unser Auto einparken und zum Grenzhäuschen gehen.

Es ist punkt 9:05 Uhr.
Vor uns schätzungsweise 10 bis 12 Leute, alles Individuelle, also keine Reisegruppe. Lockere Atmosphäre, es werden die üblichen Witzchen gerissen.

Die ersten in der Schlange sind schon im Haus, die haben Glück, wir stehen nämlich noch vor dem Häuschen in sengender Hitze. Geschätzte 30 Grad, und das um 9:00 Uhr früh. Aber auch wir schaffen es, zumindest von der Sonne wegzukommen.

Als Erstes gibt man die Pässe für´s Visa ab, das dauert, und dann steht man an der Kasse an, das dauert. Und dann dürfen wir die erste Teilzahlung für unseren Trip vornehmen. 60 USD für Zwei Visen, und schon hat man Teil eins gemeistert.

Es ist punkt 9:35 Uhr, eigentlich ging das ratz fatz, und eigentlich, wären wir mit einem Shuttle da, könnten wir schon weiterreisen.

Für uns Selbstfahrer kommt aber noch Teil 2: wir müssen uns am "Customs Payment Receipt" Schalter anstellen.

So freundlich die beiden Beamten für das Visa waren, so unfreundlich ist der Mann an diesem Schalter. Nicht ein Lächeln, aber auch wirklich gar keins. Der Mann hat viel zu ertragen mit sich und seiner Laune.:evil:
Trotzdem schaffen wir auch diese Hürde und bezahlen für Road Access Fee, Carbon Foreign und Insurance 66 USD, das war für uns in Ordnung.

So - bisher lief das ja alles wie nach Plan. Schließlich macht man sich hier im Forum schlau und so wussten wir, dass wir für die beiden Visen die 60 USD und für das "Customs Receipt" 66 USD löhnen mussten.

Insgeheim verbuchte ich schon einen gewaltigen persönlichen Triumph. Hat doch fast jeder davor gewarnt, selbst zu fahren. Die Empfehlungen waren ziemlich einstimmig: fahr doch mit dem Shuttle.

Aber da macht der bayern schorsch natürlich nicht mit. Denn fahren lassen, das ist ja easy, aber selber fahren, das ist schon was ganz was Anderes.

Also ging´s mit stolzgeschwellter Brust Richtung Auto, na - das ist doch super gelaufen.

Aber da haben wir die Rechnung ohne dem Wirt (in diesem Fall dieser übelst gelaunte Officer) gemacht. Grad als wir aus dem Grenzhäuschen rausgehen wollten kam, wie aus der Pistole geschossen , die eindeutige und nicht miss zu verstehende Ansage:

"STOP, you have to wait for the Man Freight Revenue Authority."
Wie bitte für was sollen wir "waiten"??? Der Mann wiederholt seine Forderung und nun kommt das, was uns den Spass aber ganz gewaltig verdorben hat:

Man hat nämlich hier an der Grenze ganz willkürlich ein weiteres Papier "aufgelegt", das "Zimbabwe-Revenue-Authority", und dieser Wisch kostet uns nochmals satte

:woohoo: :woohoo: 100 USD:woohoo: :woohoo:

Und weil ich schließlich der "bayern schorsch" bin, hab ich mich so was von aufgeregt, was aber alles nichts brachte.

Selbst ein Rückruf bei unserem Autoverleiher Savanna Car brachte nichts ein (... you have to pay ...), und letztendlich blieb uns gar nichts anderes übrig, also auch diese 100 USD zu bezahlen.

Und wir haben wirklich alles versucht, um um die 100 USD rumzukommen, aber das war halt immer noch zu wenig.

In einem anderen Thread hat "Bloke" hier gepostet, dass er diese 100 USD nicht bezahlt hat. Da war er schlauer (oder sturer) als wir. Wir hatten den Nerv nicht, aber in Anbetracht der Situation und auch rückschauend war uns in diesem Moment nichts anderes übrig geblieben, als zu zahlen. Oder halt einfach umzukehren, was wir aber auch nicht wollten.

Wir haben uns dort sehr geärgert. Man hat uns betrogen.:(

Heute, mit dem nötigen Abstand und ohne Emotionen sehen wir es immer noch so. Vom Gefühl her ist es so, als hätte man sich an uns bereichert. Was man ja auch hat, und zwar unerlaubt!

Zwar bringen uns die 100 USD nicht um, und es gibt weiß Gott Schlimmeres zu ertragen, aber wir meinen, dass das JEDER, der sich auf eine Reise in dieses Land einlässt, diese Machenschaften wissen muss. Dann kann er sich zumindest drauf einstellen, was ihn dort erwartet.

Wir haben uns noch vor Ort vorgenommen, diesen Vorfall an die Botschaft Zimbabwes in Berlin zu berichten.
Das haben wir mittlerweile auch getan, natürlich ohne irgendeiner Forderung unsererseits. Aber wir meinen, dass die Damen und Herren der Botschaft von diesen Betrügereien in Kenntnis gesetzt werden müssen. Ob´s allerdings irgendetwas bringt, kann man bezweifeln.

Puh , das war jetzt länger als gedacht, aber es ist ein, so meine ich, wichtiges Thema!

Übrigens hat die gesamte Prozedur an der Grenze bis um 10:55 Uhr gedauert. Man erinnert sich: das Dilemma nahm um 9:05 Uhr seinen Lauf.

Jetzt aber weiter mit unserer Reise. Ab der Grenze sind es bis nach Victoria Fall´s ca. 65 Kilometer, und eigentlich hätten wir als Belohnung für den ganzen trouble schon ein schöneres Tier verdient als diesen hässlichen Vogel hier:




Die Strecke ist so was von eintönig, es fährt kaum ein Auto, und trotzdem haben die Polizisten nichts anderes zu tun, als auf halber Strecke zwischen der Grenze und Victoria Falls einen Kontrollposten zu unterhalten. Auch das noch, wir werden aber zum Glück nur durchgewunken.

Schon bald sind wir in Victoria Falls, unsere Unterkunft für die heutige Nacht ist das Amadeus Garden Guesthouse. Wir beziehen schnell unser Zimmer, das Guesthouse macht auf den ersten Blick einen guten Eindruck:








Nach einem kühlen Savanna fahren wir mit unserem Auto zu den Victoria Fällen. Wir bezahlen unseren Eintritt und wundern uns, dass zumindest der Parkplatz vor den Fällen nichts kostet.

Eintritt für die Fälle 30 USD p.P. Hier an den Wasserfällen sind wir so gut wie allein, es sind kaum Touristen da.









(die Verbindungsbrücke Zimbabwe - Sambia)






(hier waren die Fälle besonders schön)

Wir haben uns von den Victoria Fällen eigentlich mehr erwartet. Das ist schon sehr sehr schön alles hier, und die Wassermengen, die über die Kante drüberrauschen, sind enorm. Aber irgendwie fehlt uns die totale Begeisterung. Vielleicht war´s aber auch an den noch nicht ganz verdauten Turbulenzen an der Grenze gelegen. Vielleicht.

Nach drei Stunden sind wir wieder zurück im Amadeus Garden und genießen den netten Pool.Der Besitzer, Hartmut, ist nicht hier. Dafür aber seine Frau Miriam, die sich um den Betrieb kümmert.

Eigentlich ärgert es mich, dass ich dem Hartmut zwei Kilo Lavazza Espresso Bohnen mitgebracht habe. Er hat mich darum gebeten, was ich auch gerne gemacht habe, aber wenn man dann hört, dass der Mann grad selbst in Deutschland ist, um seine Zähne richten zu lassen, dann muss man sich schon fragen, wieso er sich seine Bohnen nicht selbst besorgt.

Ich finde so was nicht gut, da wären wir besser dran gewesen, für die Bevölkerung ein paar Kleidungsstücke mehr mitzubringen.

Die hätten sich mehr gefreut. Der Miriam war es außer einem "Danke" nicht mal ne Tasse Kaffee wert, geschweige denn ein Bierchen. Aber das Geld für die Bohnen hab ich natürlich sofort bekommen.

Dinner: Wir haben uns schon Wochen zuvor für den heutigen Abend eine "Zambezi-Dinner-Cruise" buchen lassen. Auf meine Anmerkung, aber bitte nicht so ne Fahrt mit Fingerfood sondern schon was "Richtiges" zum Essen bekam ich von Hartmut (damals war er noch in Zimbabwe) die Antwort:

es hat Stil, jedoch ohne Krawattenzwang ...

So, da waren wir nun aber sehr gespannt, wie das Ganze wohl ablaufen wird.

Mit Allem haben wir gerechnet, aber nicht mit dem, was da auf uns am Anleger des Zambezis gewartet hat:









(sehr romantische und gediegene Stimmung)

Wir hatten dieses " small boat" ganz für uns allein. Ein sogenanntes Honeymooner - Boat. :)
Mein Gott war das peinlich. :ohmy: Wir haben uns regelrecht geschämt, so was wollten wir ja nun gar nicht haben.:dry:

Wir Zwei ganz allein, nur noch ein Butler und der Kapitän. Aber es war schon schön, wir schipperten den Zambezi rauf und runter, die Hippos wedelten mit den Ohren, am Zambeziufer konnte man immer wieder Elefanten sehen, ja das war schon toll. Aber trotzdem einfach peinlich.

Zum Essen gab´s eine große Platte mit "mixed starters", dann eine hervorragende "Kürbiscremesuppe", anschließend Hauptspeise "Bream mit kleinen Kartoffeln und Gemüse" und das Dessert weiß ich nicht mehr. Das Essen war ausgezeichnet.

Die Getränke waren alle inclusive, wir ließen´s uns ganz schön schmecken. Vorab ein paar Gin-Tonic, dann ne Flasche Chardonnay zum Fisch, dann nochmal einen anderen Rotwein (Marke ?) und zum Abschluss noch Amarula mit Eis.

Preis für die Dinner-Cruise: 75 USD pro Person inclusive Getränke, Essen und Abholung ab Gästehaus. Dauer 2 1/2 Stunden.

Fazit:

ÜN: Amadeus Garden Guesthouse, 90 Euro das Zimmer für Zwei incl. breakfast. Das Gästehaus und der Pool ist an sich recht nett, die Zimmer sind einfach, aber sehr sauber.
Wir würden trotzdem nicht mehr kommen, da man hier ohne Auto aufgeschmissen ist.
Wir schätzen, dass das Amadeus ca. 2 km von den Fällen entfernt ist, und jede Taxifahrt kostet einfach 10 Euro, das summiert sich. Wenn man also hier bucht, dann unbedingt und nur, wenn man sein eigenes Auto dabei hat. Wir würden lieber ein Haus wählen, das näher bei den Fällen ist. Zum Beispiel die "Ilala-Lodge", allerdings ist das auch eine andere Liga, auch vom Preis her.

Auto: Hhmm..... das muss jeder für sich selbst entscheiden. Wir haben es (trotz der Unannehmlichkeiten) nicht bereut, dass wir unser Auto dabeihatten. Durch diese besagten 100 USD war´s von den Kosten her in etwa gleich, wenn man den Shuttle dagegenrechnet.

Victoria-Fälle: Von Kasane aus ist es ein Katzensprung, so dass man diese Tour hierher durchaus machen kann. Als "Ersttäter". Für uns wird es ein zweites Mal nicht geben. Aber nicht wegen dem ganzen Trouble an der Grenze sondern deshalb, weil die Fälle zwar schön sind, aber in unseren Augen nicht die "Sensation". Das ist aber nur unsere Meinung.

Kosten: 60 USD Visa, 66 USD Kosten Auto, 100 USD für die betrügerische Abzocke an der Grenze, 60 USD Eintritt Fälle = in der Summe 286 USD für zwei Personen, "nur", um die Victoria Fälle zu sehen.
Dann kommt noch die Zambezi-Dinner-Cruise mit 150 USD dazu und zu guter Letzt die Übernachtung im Amadeus Garden mit 90 Euro.

Das war ein teuerer Ausflug.:dry:

Zum Glück schütteln wir ja die Banknoten nur aus dem Ärmel.:P :P :P
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24 Okt 2011 18:48 #210353
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29.09.2011 Rückfahrt von Zimbabwe nach Kasane und noch ein Tag in der Chobe Safari Lodge

Wir haben gut geschlafen im "Amadeus Garden" und wir bekommen noch ein sehr gutes Frühstück auf der Terrasse am Pool serviert. Eier, so wie man will und auch sonst ist das Frühstück sehr gut.

Um 9:00 Uhr fahren wir von unserem Guesthouse nochmal runter in die Stadt Victoria Falls. Die Fälle wollen wir nicht noch mal besuchen, aber sehr wohl die Zambezi - Bridge, die die beiden Länder Zimbabwe und Sambia verbindet.

Das ist eigentlich ganz witzig, man bekommt an der Grenze auf zimbabwischer Seite nach Vorlage des Passes einen kleinen Zettel mit Stempel drauf, der uns berechtigt, bis zum Ende der Brücke zu gehen. Dort ist dann Endstation für uns, da würd´s dann weiter nach Samibia gehen.

Zum Glück können wir aber die kleine Bar, die sich auf der anderen Seite der Brücke befindet, besuchen. Dort gibt´s das sambische "Mosi-Bier", und wir genießen von der Bar aus den tollen Blick zur Brücke und können so das Leben und Treiben der Einheimischen sehr gut beobachten. Leider waren keine Bungee-Jumper unterwegs, dieses Vergnügen hatten wir nicht und mir war es an diesem Tag zum springen einfach zu warm, denn sonst ...



(die Brücke über den Zambezi, am Ende die kleine Bar ...)

Übrigens ging das mit dem Zettel und der Berechtigung, die Brücke zu überqueren, absolut flott. Direkt eine Sensation.:cheer:

Auf dem Rückweg haben wir uns dann noch das schon legendäre "Victoria-Falls-Hotel" angeschaut.
Ein sogenanntes "Leading Hotel of the World", und wir würden, soweit wir das auf die Schnelle beurteilen konnten, auch Höchstpunktzahl vergeben.

Wir machten uns noch die Gaudi und fragten auch nach dem Preis: 322 USD das Zimmer für die Nacht, aber mit Blick auf die Bridge. Schon ein "g´schmeidiger" Preis.;)






(das Victoria-Falls-Hotel, im Hintergrund die Zambezi-Bridge)

. Aber schön war das schon, als wir uns auf der Terrasse des Hotels ein Gläschen Wein (7 USD) und ein Savanna Dry (3 USD) genehmigten. Aber man gönnt sich ja sonst kaum etwas, und das Ambiente war was ganz was Besonderes.



(fast so wie in der "guten alten Zeit")

Dann machen wir uns aber endgültig auf den Rückweg nach Botswana und hatten schon leichten Bammel, was da bei der Ausreise noch alles so auf uns zukommen könnte. Aber es verlief völlig reibungslos, die Ausreise aus Zimbabwe und dann die Einreise nach Botswana war sehr schnell erledigt.

Wir waren ehrlich gesagt erleichtert, als wir aus Zimbabwe wieder draußen waren. Schade für dieses Land, das doch wirklich jeden Touri dringend brauchen könnte ... :(

Um die Mittagszeit checken wir wieder für eine letzte Nacht in der Chobe Safaria Lodge ein. Wir werden begrüßt wie alte Bekannte. :kiss:

Die Ladies an der Reception wollen genau wissen, wie alles war, und leider leider ist den Damen bei der Reservierung das Zimmer 86 durch die Lappen gegangen.
Sie entschuldigen sich 100 mal dafür und haben uns deshalb gleich Nr 87 blockiert. Und hoffen, dass das ja bloß nichts ausmacht und für uns auch ja in Ordnung ist. Nett! :)

Für uns kein Problem, wir bringen die Koffer auf´s Zimmer, gehen schwimmen und buchen gleich für 15:00 Uhr einen Game-Drive. Wir fühlen uns schon fast wie "daheim".

Unser Game-Drive war für uns das "BESTE", was wir an Tiersichtungen in diesem Urlaub erleben durften. Wir waren hellauf begeistert, für uns war es ein Botswana-Abschluss, wie er nicht besser hätte sein können. Hier ein paar Bilder vom Drive:





















(leider ein wenig verwackelt, aber die elegante Haltung des Elefants war schon Oskar-verdächtig)




Auch das anschließende Abendessen in der Chobe Safari Lodge war wieder ausgezeichnet, und bei einer (wurde schon zur Gewohnheit) guten Flasche Chardonnay ließen wir den Tag ausklingen.

Und wir waren uns einig: es war wieder einmal
einer dieser unvergesslichen Tage in Botswana.:)


ÜN: Chobe Safari Lodge, Preis wie vor zwei Tagen, also "günstig", da direkt gebucht

Game-Drive: 15:00 Uhr, drei Stunden, Preis 210 BWP + Parkfee 70 = 280 BW, rund 28 Euro pro Person und jeden Pula wert.

Dinner: gewohnt gut, man findet alles, was das Herz begehrt


Unser persönliches Fazit:

Wir haben es nicht bereut, dass wir diese Lodge gebucht haben. Das Publikum völlig in Ordnung, wir schätzen bestimmt mindestens 50 % Amerikaner. Drei Nächte waren wir hier, am ersten Tag war "fully booked", das war der Tag, den wir über Thomas Cook zu einem höheren Preis buchen mussten. Und das war dann schon ein ganz schöner Menschenauflauf. Am zweiten Abend war maximal 60 % belegt und heute, also am dritten Abend, waren sehr wenig Gäste hier.

Der Service war in unseren Augen sehr gut. Uns freut so was, dass es der Kellnerin einen Spaß machte, uns für den dritten Abend wieder den gleichen Tisch wie zuvor zu geben.

Oder die Mädels an der Rezeption, denen es peinlich war, weil room 86 nicht mehr frei war. Solche Kleinigkeiten schaffen gute Chemie.

Die Zimmer waren absolut sauber, alles eine schöne und runde Sache. Wir haben uns in diesem Haus sehr wohlgefühlt und wenn man weiß, was die anderen Lodgen teilweise für "Mondpreise" verlangen, dann waren wir hier, was das Preis/Leistung anbelangt, bestens bedient.

So - und nun wird wieder gebastelt und gemacht an diesem Reisebericht, schließlich geht´s morgen weiter mit dem "Caprivi".
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25 Okt 2011 15:08 #210523
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30.09.2011 Raus aus Botswana und rein in den Caprivi, die heutige Tagestour 240 km + 24,8 km

Der Wecker bimmelt um 6:30 Uhr, wir packen unsere Koffer und machen unseren Toyota Corolla startklar. Das breakfast in der Chobe Safari Lodge ist hier nochmal ein schöner Abschluss, das auschecken war in fünf Minuten erledigt. Letzter Blick hinunter zum Chobe Fluss, wo auf der drüberen Seite schon wieder die ersten Elefanten zu sehen sind.

Unsere erste Teilstrecke führt uns auf Teerstraße mitten durch den Chobe Nationalpark. Es sind 64 km zu fahren, und wir sehen eine große Anzahl an Elefanten. Das ist schon Klasse, was der Chobe NP sogar hier an der Hauptstrasse zu bieten hat.






(hier haben die Elefanten Vorfahrt!)

An der Ngoma-Bridge verlassen wir Botswana und sind nun wieder in Namibia, wo wir als Erstes Katima Mulilo ansteuern. Uns fällt auf, dass wir hier bald das einzige Auto sind, das unterwegs ist. Was uns auch auffällt, und zwar im gesamten Caprivi, dass hier entlang der Straße alles sehr dicht besiedelt ist. Es reiht sich ein Dorf an´s andere, viele Rinder und Esel, und leider müssen wir feststellen, dass die Kinder am Wegesrand uns nicht zuwinken, sondern viele der Kinder um Geld betteln. Die Gesten sind eindeutig. Das ist schade und gefällt uns überhaupt nicht.:( :( :(

ln Katima Mulilo machen wir kurze Rast in der Caprivi-River-Lodge, die wunderschön am Zambezi River liegt.
Hunger haben wir noch keinen, trotzdem schmeckt uns ein Quich, ein Thuna-Salat und ein paar von den unwiderstehlichen Savanna Dry´s ausgezeichnet.;)

Man sitzt hier sehr schön, der Blick geht rüber nach Sambia, wo am Ufer des Flusses anscheinend Großwaschtag ist. Wir schauen uns auch eins der Zimmer an. Das passt soweit und auch der Pool schaut mir recht sauber aus. Auffallend ist für uns, dass die Besitzer oder Manager nicht unbedingt den freundlichsten Umgangston mit dem Personal haben. Da herrscht ein leicht barscher Ton, vielleicht war´s aber auch nur eine Ausnahme.:dry:

Weiter geht´s von Katima nach Kongola, das ist der längere Teil der heutigen Strecke. Und das zieht sich ganz schön hin.

Ist man dann endlich in Kongola und man meint, jetzt ist´s gleich geschafft, hat man schon nochmal 24,8 km Gravelpad vor sich.
Es ist der selbe Weg, der auch zur Namusasha-Lodge und zur Lianshulu-Lodge führt. Ich weiß nicht warum, aber bei Kongola hab ich mir immer so ein kleines Städtchen vorgestellt. In Wirklichkeit ist Kongola aber nicht viel mehr als eine Tankstelle, ein kleiner Supermarkt und ein paar Häuser, das war´s.

Um 14:00 Uhr sind wir im Camp Kwando, und unser Wunschchalet Nr 1, das uns von Forums- Mitglied "Auxo" empfohlen wurde, war für uns schon hergerichtet.

Eine junge Frau, und zwar eine sehr junge Frau, erklärt uns in rasantem Tempo, was hier alles so los ist, wie die Essenszeiten sind, welche Aktivitäten man buchen kann, dass man auf die wilden Tiere aufpassen muss, und so weiter und so weiter, und das Ganze in Englisch.

Eigentlich ja kein Problem, aber für mich war das viel zu schnell, was das Mädel alles zum Besten gab. Wir empfanden es irgendwie eigenartig, wie wir hier aufgeklärt wurden. Dieses Fräulein spulte Ihren Vortrag so was von monoton runter, wahrscheinlich hat sie das auswendig gelernt.

Dann aber wird die Spannung groß, schließlich werden wir zu "unserem" Tented-Chalet Number 1 geführt.

Und der erste Eindruck des Tent´s, noch ganz benebelt vom Vortrag der jungen Dame, war nicht gut.

Da waren vom Vorgänger noch Shampoo und Seife in der Dusche, das Waschbecken war überhaupt nicht sauber und die Fliegengitter an den Fenstern unbrauchbar, da einige Gitter vollkommen defekt waren. Also muss der bayern schorsch (wie immer werd ich bei solchen G´schichten vorgeschickt);) vorsprechen und den Herrschaften erklären, dass man da vielleicht nochmal ein wenig putzen sollte, und auch das Fliegengitter bräuchte dringend eine Renovierung.:angry:

Jetzt war die junge Schnellsprecherin nicht mehr da, dafür ein ebenso junger südafrikanischer Bursche, der uns kurzerhand in die Lounge umdirigierte, einen Kaffee ausgab und ein Reinigungskommando in unser Chalet schickte.

Nach einer halben Stunde war alles in Ordnung, die Putzfrau putzte, der Hausmeister machte ein paar neue Fliegengitter rein, das Housekeeping in Form der Schnellsprecherin schaute auch noch mal nach - und schon war der bayern schorsch zufrieden.:)

Und nun haben wir uns auch ein bisschen wohnlich eingerichtet, denn immerhin bleiben wir hier 3 Nächte.

Die Terrasse von unserem Chalet ist so was von schön, da kann man´s gut aushalten. Innen ist alles, nachdem die Putzkolonne da war, sehr sauber, die Dusche, Waschbecken und WC befinden sich im Freien. Auch ganz nett. Noch netter ist aber, dass zwei mal täglich, nämlich einmal frühmorgens um 5 Uhr und dann nochmal abends der Ofen für Warmwasser angeschürt wird.



(zweimal am Tag gibt´s warmes Wasser ...)


Überhaupt - die Anlage macht auf uns einen sehr gepflegten Eindruck, und wir beschließen, außer dem Swimmingpool einen kurzen Besuch abzustatten, heute nichts mehr zu tun.
Eine kluge Entscheidung.

Hier ein paar Bilder Camp Kwando:






(Tented-Chalet Number one)



(gemütliche Einrichtung, und das Bad im Freien)




Noch spannender als die Frage des Zimmers war aber, was gibt die Küche her?
Es wurde hier im Forum schön öfters über das Camp Kwando und dem Essen diskutiert. Hhmmm..., da wird uns doch leicht bange, hoffentlich ist das Essen zumindest zu "ertragen". Wir werden sehen.

Bis zum Dinner verbringen wir schöne Stunden auf unserer Terrasse, wir beobachten die Vögel, schmökern im Reiseführer. Es ist wunderschön hier. Und ich halte Ausschau. Es soll doch hier ein Hippo geben, das dann und wann sogar durch die Anlage stapft. Gesehen hab ich aber leider keines.:ohmy:

Und dann war´s soweit: man trifft sich vor dem Dinner in gemütlicher Runde am "fire-place", trinkt einen kleinen Aperitif dazu und genießt das Lodgeleben in vollen Zügen.

Man tauscht sich mit den anderen Gästen aus, es sind vielleicht insgesamt 12 oder 14 Personen hier. Und dann wird zum Dinner gebeten.



(schöne Stimmung am Lagerfeuer)

Das Dinner des heutigen abends:

:) Selbstgebackens Brot (sehr lecker) mit gut gesalzener Butter

:) Gemüse-Carpaccio mit Avocado Creme

:) Roastbeef in hauchdünnen Scheiben, zartrosa auf den Punkt
exakt gebraten, dazu Karotten-Kartoffelpüree, Salate und
einen "Yorkshire-Pudding" aus Eierkuchenteig

:) zum Dessert ein Früchte-Baiser

Bewertung: das Essen war nicht gut, es war sehr gut. Und reichlich. Und dabei hatte ich größte Bedenken, nachdem Annick berichtete, man wird hier entweder nur mit Pfannkuchen satt, oder man hat zum Koch einen besonderen Draht.

ÜN: Camp Kwando, hier hatten wir das Glück, über DER TOUR ein Schnäppchen buchen zu können. Drei Nächte schlafen, zwei Nächte bezahlen. Und so hatten wir in dieser Lodge den fast schon unglaublichen Preis von 103 Euro inclusive Halbpension für zwei Personen, das war mehr als günstig.

Nach dem wirklich hervorragendem Abendessen trinken wir an der Bar noch eine Kleinigkeit, bevor wir in unser Zelt marschieren.

Hier ist doch tatsächlich unsere Taschenlampe gefragt, es könnt ja plötzlich das Hippo um die Ecke schießen. An Schlafen kann man aber hier (zumindest in der ersten Nacht) nur bedingt denken.

Denn das Froschkonzert ist heftig. So heftig, dass wir schon ein Weilchen brauchen, bis wir uns an diese Geräuschkulisse gewöhnen, aber dann schläft sich´s (wieder bei offenem Fenster dank funktionierenden Fliegengittern) hervorragend.

Wir werden sehen, was der morgige Tag alles bringt.
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26 Okt 2011 15:47 #210672
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01.10.2011 Tag 2 im Camp Kwando

Wir stellen fest - gestern war Halbzeit unseres Urlaubs und fragen uns, wo denn bloß die Zeit geblieben ist. Das ist wie immer alles viel zu schnell vergangen. Aber wir denken positiv:

nicht die erste Hälfte ist schon vorbei, sondern die zweite Hälfte unserer Reise liegt noch vor uns.
:)

Und so freuen wir uns auch auf den heutigen Tag, was wir wohl alles so erleben werden.

Das Frühstück ist gut, das Personal sehr nett und aufmerksam. Man spricht gern mit uns, wir erfahren ein wenig von den Leuten, und anscheinend ist es immer spannend auch von uns zu hören, wo wir herkommen, was wir arbeiten, usw. Ganz interessant wird es, wenn die Frage nach den Kindern auftaucht. Zum Glück können wir bei diesem Thema immer gut mithalten.;)

Ein bisschen Schwimmen, ein bisschen Lesen, aber wir wollen auch was von der Gegend hier sehen. Also fahren wir mit unserem Corolla rüber in den Mudumu-Park, wir wollen der mittlerweile geschlossenen "Lianshulu-Lodge" einen Besuch abstatten.

Nach 4 oder 5 km kommt auf der rechten Seite so ein Holzgerüst und wir denken uns, dass da vielleicht mal das Schild bzw. ein Wegweiser zur Lianshulu-Lodge gewesen sein könnte.

Also rechts rein in den Busch und wieder einmal stellen wir fest, dass dieser Corolla für solche Exkursionen nur bedingt geeignet ist. Aber es geht, unter uns raschelt und sandelt und steinelt es gewaltig, aber wir kommen langsam voran.

Von der Lodge jedoch keine Spur und wir wollten schon umkehren, als wir versteckt im Gestrüpp ein paar Häuschen sehen. Aha, also doch noch - wir parken unser Auto, sind uns aber immer noch unsicher, ob wir hier überhaupt richtig sind.:dry:

Ein halb verschlossenes und eingefallenes Tor, ja, das könnte es sein. Wir prüfen unser Gewissen, ob wir das auch machen können, dass wir uns hier höchstwahrscheinlich unerlaubt in einer Lodgeanlage rumtreiben, aber die Neugierde ist größer.
;)

So marschieren wir langsam und bedächtig durch die Anlage. Kein Mensch weit und breit, überall Elefantenknödel und viele umgeknickte Bäume. Also haben die Elis von dieser Lodge bereits Besitz ergriffen. Ein bisschen unheimlich wird´s einem da schon und wir philosophieren schon drüber, welche Tiere hier außer den Elefanten Unterschlupf gefunden haben ...

Und da öffnet sich von einem der Häuschen eine Türe und ein sehr freundlicher Südafrikaner fragt uns schon einigermaßen verwundert, was wir denn hier eigentlich machen?:ohmy:

Wir erklären uns und dann erklärt er uns, dass das natürlich so eigentlich nicht geht, aber wenn wir schon mal da sind, dann will er uns auch die Lodge zeigen.:)

Also gibt´s eine private Führung und wir können uns überzeugen, dass das hier mal ein ganz ein feiner Platz gewesen sein muss. Der junge Mann erzählt uns dann auch, dass die Lodge vor rund einem halben Jahr pleite gegangen sei, das Management war schuld und wir erfahren, dass es mittlerweile neue Besitzer aus Südafrika gibt.

Er ist sozusagen der Hausverwalter, damit halt wenigstens noch ein Mensch hier ist, und er meint, dass man bis nächstes Jahr bestimmt wieder eine Neueröffnung feiern kann.


Das junge Mann war sehr redselig, wahrscheinlich wird er nicht oft Besuch bekommen. Wir verabschieden uns von ihm und machen uns wieder auf den Weg zurück. Unterwegs schauen uns fünf Zebras höchst neugierig an und fragen sich wahrscheinlich, ob wir uns verfahren haben.




Und weil wir schon unterwegs sind und weil wir so ganz leicht das Gefühl haben, dass wir doch eine Kleinigkeit zu uns nehmen könnten, fahren wir auch bei der Namushasha-Lodge vorbei.

Wir schauen uns die Lodge an, die gefällt uns aber überhaupt nicht.:( Gott sei Dank haben wir hier nicht gebucht. Ein Blick in die Zimmer verrät außer einer tollen Lage am Kwando-River nichts Gutes.

Die gesamte Anlage ist für unser Empfinden "runtergekommen" und "vergammelt". Ich wenn allein an dieses dunkle Restaurant mit den ewig großen Fliegengittern denke, ja das ja gar nichts G´scheit´s.

Trotzdem essen wir zwei Sandwich und trinken ein Savanna dazu. Die Lage hier ist schön, das ist aber auch alles.

Zurück im Camp Kwando freuen wir uns auf "unser" Tent und auf "unsere" Terrasse. Hier ist´s wirklich schön, wir genießen den Fluss und immer wieder kommt uns das "Blaustirn - Blatthühnchen" besuchen. Das ist ein ganz ein netter Vogel, und wenn man dem so zuschaut, wie er über die Flusspflanzen springt, dann baumelt die Seele von ganz alleine. :)




Um 16:00 Uhr machen wir bei einer Sundowner-Bootstour auf dem Kwando mit. Das ist eine recht nette Tour, Tiere jedoch sehen wir nicht viel. Ein Elefant, ein paar Büffel, drei Waterbucks und natürlich viele Vögel.










Aber die Landschaft ist sehr schön, es ist alles so friedlich hier. Bis auf die Dame hinter uns, die mich in sehr barschen Ton zurechtwies, ich soll doch ja gefälligst und auf gar keinen Fall noch jemals, solang wir hier im Boot sind, mir erlauben aufzustehen.:evil: :evil: :evil:

Schließlich macht Sie Filmaufnahmen und so geht das nun mal gar nicht, dass ihr da irgend so einer wie ich vor die Linse läuft.

Puh - jetzt hat´s mir mal jemand so richtig gegeben.
Ja was sagt man dazu - besser nichts.

Die Frau war so was von aggressiv, unglaublich. Und das hab ich ihr auch gesagt, aber in ruhigem Ton. Das hat ihr dann erst Recht nicht gepasst.

Abends haben wir dann gesehen, dass sie zu einer kleinen Gruppe gehörte. Die Gruppe bestand aus 2 Paaren und hatten einen "Bahee" dabei. Der arme Kerl, der sich mit solchen Leuten möglicherweise 2 oder 3 Wochen rumplagen muss ...

Nach 2 1/2 Stunden ist die Bootsfahrt vorbei und ich bin der aggressiven Dame auch nicht mehr in die Quere gekommen.
Kosten für die Fahrt: 280 Pula, also ca. 28 Euro pro Person. Wir finden, dass das um ein paar Euros zu viel ist. Aber schön war´s in jedem Fall.

Wir gehen schnell Duschen, das Wasser ist wunderbar warm, also hat der Heizer gute Dienste getan. Auch heute wieder die gleiche Prozedur: zunächst am Lagerfeuerplatz einen Gin-Tonic und wir haben großes Glück, dass die freundliche Dame von der Bootstour nicht da ist.

Dann wird zum Dinner gerufen, das geht alles sehr unaufgeregt von statten. Der Koch stellte das Abendessen vor, wir haben das für sehr nett empfunden.

Und das gab´s:

- selbstgebackenes Brot mit gut gesalzener Butter

- Avocado auf Melonenscheiben

- Schweinebauch auf Gemüsespaghetti, Salate vom Buffet

- Erdbeerdessert

Eigentlich ist Schweinebauch nicht unbedingt so unser Ding, aber das hat fantastisch geschmeckt. Geschmacklich Note 1, da gibt´s nichts zu kritisieren. Und genug war´s leicht.:cheer:

Was auch ganz nett war, dass die Chefköchin während des Dessert´s immer noch zu den Gästen ging und nachfragte, ob mit dem Essen alles in Ordnung war. Das finden wir Klasse, das wird nicht überall so praktiziert.

Bei einem dieser Rundgänge konnten wir mit der Köchin einen kleinen Plausch abhalten und Sie erzählte uns, dass eine Ihrer Lebensstationen unter anderem 14 Jahre Hongkong waren. Dort, so hat sie uns erzählt, hat sie das Kochen gelernt. Und nun ist sie seit zwei Monaten hier im Camp Kwando und versucht, ihr Bestes zu geben.

Nach dem Essen waren wir nicht mehr an der Bar, wir sind viel zu müde und fallen tatsächlich um 20:20 Uhr in die Kiste.

Wir schlafen wunderbar, aber nur bis 3:00 Uhr morgens.

Denn dann passiert, wovon man doch eigentlich nur träumen kann:

das Hippo, das wir bisher nicht sichten konnten, hat sich´s vor unserem Bungalow bequem gemacht. Wir haben das leider nicht gleich mitbekommen, aber als dann das Hippo seine Urschreie von sich gab, also ehrlich, wir sind beinahe aus dem Bett gefallen. :woohoo:

Zunächst wussten wir gar nicht, wo und wie wir diese Schreie einordnen sollen, aber dann war uns natürlich schnell klar, dass das ja nur das Flusspferd sein kann. Und dabei hat es wahrscheinlich nur Luft geblasen.

Bis wir uns von dem "Schrecken" erholt und die Taschenlampe zur Hand hatten, war das Hippo schon wieder weg. Wahrscheinlich haben wir beim ängstlichen und übervorsichtigen "aus dem Fenster schauen" viel zu lange gebraucht.

Am nächsten Morgen beim Frühstück war das Hippo natürlich Gesprächsthema Nummer 1. Stutzig machte uns nur, dass jeder der Gäste behauptete, das Hippo vor der eigenen Terrasse gehabt zu haben.

Komisch ..., und dabei waren wir uns doch so sicher, dass es bei uns war. ;)
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27 Okt 2011 16:11 #210861
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02.10.2011 der dritte Tag im Camp Kwando und ein verpfuschter Game-Drive :P


Wir fühlen uns hier sehr wohl und genießen das Lodgeleben in vollen Zügen. Heute, ja heute ist endlich mal "NICHTS-TUN" angesagt und wir legen einen richtigen Faulenzertag ein.

Mal sind wir am Pool zum schwimmen, dann wieder auf unserer Terrasse. Zum Frühschoppen gibt´s "Merlot", es ist schon ein Hundeleben hier.

Am Pool kommen wir später mit einem sehr netten Paar ins Gespräch, die sich im hier im Camp Kwando auf der Campsite eingenistet haben. Für uns ist das schon sehr interessant, auch mal mit Campern sich auszutauschen. Anscheinend sind wir den Beiden sympathisch, denn sie laden uns ein, Ihren Camper mit Dachzelt obendrauf etwas genauer in Augenschein zu nehmen.

Vor allem das Dachzelt erregt unser Interesse und wir können uns davon überzeugen, dass man dort oben doch tatsächlich gut schlafen könnte.

Also - das soll jetzt nicht heißen, dass wir nächstes Jahr campen werden, aber die Sichtweise der Camper hat uns gut gefallen.:)

Und die Beiden waren sehr auskunftsfreudig und so hatten wir eine blendende Unterhaltung. Und wie zur Demonstration schürt der gute Mann auch noch seinen Grill an und zeigt uns das Rinderfilet, das er gleich auflegen wird.

Das schaut gut aus, keine Frage, aber die Einladung lehnen wir dankend ab, wir wollen den Campern nicht das Fleisch wegessen. Und trotzdem läuft mir das Wasser im Mund zusammen ...:blush:


Nicht weit vom Camp Kwando gibt es ein "Traditional Village", das von den Lodgebesitzern des Camp Kwandos mit gesponsert wird. Für uns eine Ehrensache, diesem Dorf einen Besuch abzustatten.

Wir werden von einem jungen Mann durch das "Schau-Dorf" geführt und es wird uns gezeigt, wie die Leute hier früher gelebt haben.

Nun, das ist schon interessant, aber für uns bleibt´s dabei: wir fühlen uns bei solchen "Besichtigungen" einfach nicht wohl. Zu allem Überfluss wird der Medizinmann auch noch verkleidet und führt uns einen Tanz vor.
Irgendwie peinlich, aber wir machen natürlich auf gute Stimmung und geben uns begeistert.

Besser wird´s dann, als wir in das Dorf gehen, wo die Menschen leben und machen ein paar Bilder:















Hier sind wir tatsächlich mitten drin im Dorfleben, da wird Maisbrei gekocht, da spielen die Kinder, wir sehen die Gärten und auch den Dorfältesten dürfen wir besuchen.

Es gibt hier im Dorf einen kleinen Gemischtwarenladen. Wenn man das so sieht, was und wie die täglichen Bedarfsgüter des Alltags hier verkauft und angeboten werden, das ist beschämend für uns.

Wir hätten nicht geglaubt, dass hier das WC-Papier Rollenweise an den Mann gebracht wird. Aber die Ladenverkäuferin hatte eh grad mal 5 oder 6 Rollen zum Verkauf. Unglaublich! Das Sortiment in diesem Laden war schon sehr dünn.

Selbstverständlich fragen wir wegen unserer Fotos, aber trotz Erlaubnis mag man gar nicht so recht fotografieren. Dass man dann zum Abschluss noch in einen Shop geführt wird, ist obligatorisch, und der Topfuntersetzer, der bei Aldi um die Ecke 1 Euro kosten würde, kostet hier 5 Euro.;)

Aber das ist in Ordnung, wir machen das gerne, das macht Sinn.


Zurück im Camp Kwando duftet´s schon äußerst fein von des Campers Grill, wir gehen im Restaurant eine Kleinigkeit essen und melden uns für den heutigen Game-Drive an.

Punkt 15:00 Uhr startet unsere Truppe, mit dabei ein Paar aus Ansbach, ein junges Flitterwöchlerpaar aus der Schweiz, ein älteres Ehepaar ebenso aus der Schweiz, wir und unser Fahrer, Mr. Beaster, ein guter Mann.

Es geht rüber in den "Mudumu-Nationalpark", da wo wir gestern schon waren, nur dass wir bei unserem heutigem Game-Drive natürlich viel weiter in den Park reingefahren sind.

Die "Ausbeute" ist gut, man kann schon fast sagen, sehr gut. Wir sind sehr zufrieden:















Nur haben wir das Pech, dass ganz plötzlich unser Wagen den Geist aufgibt. Ich hab mir das schon gedacht, dass da noch was passiert, denn immer wenn´s in tieferen Sand reinging, stotterte der Wagen fürchterlich und drohte jedesmal "abzusaufen".:woohoo:

So - da standen wir nun, mitten im afrikanischen Busch und unser Driver, Mr. Beaster, erklärte uns, die Batterie ist empty.

Ein kurzer Anruf mit dem Handy (ich dachte immer, im Busch wird gefunkt ...), und wir erfahren, es wird wohl eine Stunde dauern, bis die Ersatzbatterie da ist. Nun, auch gut, so vertreiben wir uns die Zeit mit ein paar Savanna´s und ein paar Bierchen und ein paar flotten Sprüchen .

Zwischenzeitlich erleben wir mit eigenen Augen, wie schlecht unsere und wie gut die Augen von Mr. Beaster sind. Der Mann hat in 200 Meter Entfernung eine Löwenfamilie gesichtet, die wir nun per Fernglas beobachten können.

Wir beobachten aber auch, dass Löwenpapa und Löwenkinder schön unter einem Baum liegen, während die Löwenmama langsam aber anscheinend zielstrebig sich in unsere Richtung aufmacht.;)

Gleichzeitig beobachten wir ein kleine Gruppe Elefanten, die sich auf den Weg zum Fluss machen. Der liegt 30 Meter hinter uns, die Elefanten müssen direkt an uns vorbei, wenn sie tatsächlich zum Fluss wollen.;)

Mr. Beaster klappt mittlerweile die vordere Windschutzscheibe hoch, wobei das bestimmt im Falle des Falles nichts bringen würde. Ja, und so beobachten wir gespannt die Elefanten, die ganz klar und eindeutig in unsere Richtung unterwegs sind. Wir wissen, dass wir mit unserem Auto "im Weg stehen", aber was sollen wir tun.:huh:

Haben die Herrschaften aus Bayern (also die Ansbacher und wir) noch große Klappe gehabt, wer wohl als Erstes Futter für die Löwenmama sein wird, sind wir mittlerweile mucksmäuschenstill.

Die Cam´s gezückt - das werden klasse Bilder werden. Als die Elis grad noch 20 Meter von unserem Jeep entfernt waren muss man sich vorstellen, was dann passierte:

Dieser Dödel, da kannst Du gar nicht anders sagen, dieser unglaubliche Dödel von Driver hat doch nichts Besseres zu tun, als auf die Hupe zu drücken.:woohoo:

Ob das Absicht war oder nicht, wir sind derart erschrocken und wir haben im Leben noch nie Elefanten gesehen, die so schnell davongelaufen sind.:(

Die Löwenmama haben wir auch nicht mehr gesehen, und irgendwie war die Situation derart konfus, da ist uns nichts mehr eingefallen. Mr. Beaster versicherte uns, es wäre aus Versehen passiert, dass er auf die Hupe gekommen ist, aber ich weiß nicht.

Ich weiß auch nicht, wie man das Ganze einordnen kann - haben wir Glück gehabt, dass nichts passiert ist außer einer unfreiwilligen Pause oder muss man sich ärgern, dass uns die Tiere vor der Kamera davongelaufen sind? (... ich hab mich für´s ärgern entschieden ...):angry: :angry: :angry:

Sei´s drum, die Batterie wurde bald darauf ausgewechselt, und Mr. Beaster meinte, jetzt könnten wir uns auf Löwenjagd machen, denn die Löwenfamilie lag immer noch schön unter dem Baum.

Selbstverständlich waren wir alle dafür, und ich glaube, dass Mr. Beaster bei uns noch ein paar Pluspunkte sammeln will.

Was wir aber in der ganzen Hektik gar nicht bemerkt haben: die ältere Dame aus der Schweiz war total fix und fertig.

Leichenblass, schweißgebadet und den Tränen nahe.

Sie flehte unseren Fahrer regelrecht an, ja nicht zu den Löwen zu fahren - die Frau war wirklich ein nervliches Wrack.:ohmy:

Was bleibt also Anderes übrig - wir treten den geordneten Rückzug an, wobei die Ansbacher und wir einer Meinung waren: ein Witz, da hat man mal die Möglichkeit, eine Löwenfamilie aus der Nähe zu sichten, und dann muss man wegen so einem Angsthasen zurückfahren.

Das war mehr als ärgerlich, der Frau hätte ich am liebsten den Hals umgedreht.:evil:
Andererseits, so ist das bei einer Gruppe. Wenn einer nicht will bzw. nicht kann, dann haben alle anderen Rücksicht zu nehmen.

Wir haben das auch akzeptiert, man kann die gute Frau ja nicht zu Fuß laufen lassen. Der Ansbacher hingegen kriegte sich so schnell nicht mehr ein.:laugh:

Ja - so war das mit unserem Game-Drive. Eigentlich sensationell, wie das abgelaufen ist. Und passieren dürfte sowas nicht, noch dazu, wenn man weiß, dass am Tag zuvor schon leichter "Trouble" mit dem Wagen war.

Der Lodgemanager zeigte sich nach Ankunft im Camp schon sehr betroffen ob des Mißgeschick´s mit dem Wagen und gab uns einen Nachlass von 50 % auf den Preis. Wir meinen, dass das eine faire Regelung war.

Die anderen 50 % hätten wir der Schweizer Dame in Rechnung stellen sollen. Aber von dieser Seite kam nicht ein einziges Wort der Entschuldigung . Oder dass es der Schweizerin peinlich wäre - Fehlanzeige! Ein Bierchen wär das Mindeste gewesen. Zumindest aus unserer Sicht.

Preis für den Game Drive: normalerweise 350 ND, also ca. 35 Euro pro Person, wir bekamen es dann für 175 ND.

Für Gesprächsstoff war durch unseren konfusen Drive gesorgt, und am Lagerfeuer in netter Runde mit den Ansbachern wurde die Story natürlich hundert mal durchgekaut.

Dinner des heutigen abends:

- vorab wieder das homemade Brot
- Gemüsebuletten auf Salat
- Kudu und Oryx-Steaks mit Bohnen und Karottengemüse
- Dessert: irgendwas Kuchenartiges

Fazit: auch heute war das Abendessen wieder von sehr guter Qualität. Das Fleisch war klasse zubereitet, so richtig schön medium, wie sich´s gehört. Vom Oryx hab ich noch etwas nachbestellt, aber nicht weil´s zu wenig war, sondern weil´s einfach supergut war.

Das Camp Kwando würden wir jederzeit wieder nehmen.

Nicht nur wegen diesem wirklich sehr günstigen Preis von 103 Euro für zwei Personen incl. Halbpension, sondern vielmehr, weil wir uns hier sehr wohlgefühlt haben. Kein Luxus, aber alles witzig und nett. Die Nebenkosten lagen völlig im Rahmen, hier kostete jedes Getränk 15 ND, also ca. 1,50 Euro, egal ob ein Glas Wein oder ein Savanna oder ein Bier.

Der Hauswein war Chardonnay, nicht mehr als 100 ND die Flasche. Da gibt´s nichts zu meckern.

Die Laundry haben wir auch genutzt und konnten feststellen, dass auf keinem unserer bisherigen Urlaube in einer Lodge so sauber gewaschen und auch so sauber gebügelt wurde. Da war sogar die Unterwäsche als eine Art Rolle gefaltet, wir waren richtig amüsiert, als wir die fertige Wäsche ein paar Stunden nach Abgabe wieder auf unserem Bett vorfanden.

Dass wir am Abend noch ein paar Bierchen mit den bayerischen Freunden aus Ansbach getrunken haben, war klar und wir haben den Schweizer Angsthasen nicht nur einmal "verwunschen". :evil:

Leider verpassten wir dadurch aber die Camper, mit denen wir gerne noch einen kleinen Ratsch gehalten hätten.
Anhang:
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29 Okt 2011 11:34 #211085
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03.10.2011 von Kongola nach Divundu, 205 km

Das Frühstück war im Camp Kwando wie jedesmal sehr gut und wir nehmen hier ungern Abschied. Es war eine tolle Unkunft.

Die Fahrt von Kongola nach Divundu war eintönig und eigentlich langweilig. Tiere, die wir gern gesehen hätten, sahen wir nicht, dafür aber wieder mal viele Rinder und Esel. Leider ist es auch auf diesem Abschnitt des Caprivis so, dass uns 80 % der Kinder anbetteln, wir sehen das gar nicht gerne, aber so ist das halt. Zuerst meint man zwar, die Kinder würden einem zuwinken, aber die Zeichen sind eindeutig. :dry:

Für die heutige Fahrtstrecke brauchen wir grad mal drei Stunden, und wir freuen uns schon sehr auf die "Nunda - River - Lodge". :)

Hier haben wir schon vor einem Jahr gebucht und haben damals den einzigen Bungalow, den es hier mit "Kingsize-Bed" gibt, für uns reservieren lassen.

Der Empfang durch den Besitzer der Lodge, Mr. Cameron, war äußerst herzlich. Ein sehr netter Mensch, der uns kurz die Anlage erklärte, was für uns wichtig wäre, wo das Restaurant ist, welche Aktivitäten angeboten werden und schließlich hat uns dann der freundliche Mann überzeugt, am Nachmittag einen Game-Drive in den "Buffalo Park " im Bwabwata NP zu machen.

Wir ließen uns gern überreden, und erst danach ist mir eingefallen, dass ich schon in mehreren Berichten gelesen habe, dass die Drives in den Buffalo-Park gar nicht so berauschend sein sollen. Aber da war´s dann schon zu spät.

Dann legten wir unsere Reservierung vor und mussten feststellen, dass, auch wenn man was gebucht und reserviert hat, das noch lange nicht klappen muss.

Natürlich bekamen wir nicht "unseren" Bungalow mit Kingsize-Bed, sondern einen von den "normalen " Luxus Bungalows. Aber was soll´s, am nächsten Tag gab´s einen kleinen Umzug, und schon war das vergessen.

Jedoch hat sich´s der Besitzer von Nunda nicht nehmen lassen, uns beim Dinner eine der besten Flaschen aus seinem Weinkeller auszugeben. Wir fanden das sehr nett. Und auch wenn es nicht nötig gewesen wäre, der Wein schmeckte uns ausgezeichnet.;)

Die Anlage macht einen sehr guten Eindruck. Ob das vorne das Restaurant ist, ob die Bar, oder die Unterkünfte, das sieht schon alles sehr gediegen aus. Ich würde sagen, eine Klasse höher als Camp Kwando, es ist aber auch ein wesentlich höherer Preis.

Wir bringen ganz schnell unsere Koffer in den Bungalow und sind trotz des nicht vorhandenen "Kingsize-Beds" begeistert.

Offenes Bad und Dusche, uns gefällt das gut.



(das Haupthaus der Nunda-River-Lodge)



(der "normale" Luxus-Bungalow)






(Bungalow innen mit halboffenem Bad)

Auch der Pool liegt wunderschön und das kühle Wasser tut richtig gut. Klasse!







Um 14:00 Uhr machen wir den Game-Drive in den Buffalo-Park .

Wir sind nur zu Zweit, unser Driver heißt "Derrick". Wieder mal ein guter Mann. Man fährt auf Teerstraße mehr als eine halbe Stunde, bis man endlich im Park ist. Und wie schon befürchtet war dieser Drive nicht so ganz das Gelbe vom Ei.

Die Tiersichtungen waren mehr als spärlich, und zum trinken gab´s grad mal Cola und Wasser. Savanna - Fehlanzeige.:P Nun, da sind wir deutlich Besseres gewöhnt. Unser Fahrer, Derrick, gab jedoch wirklich sein Bestes, und zumindest erfuhren wir viel über Land und Leute. So gesehen war´s dann schon so einigermaßen in Ordnung, aber auch nicht mehr.









(leider ist das Bild ein bisschen verwackelt, aber die Büffel hatten´s wahnsinnig eilig !)

Der Preis für den Game-Drive war aus unserer Sicht hoffnungslos überteuert, wir zahlten inclusive Parkfee einen stolzen Preis von 530 ND, also rund 53 Euro pro Person. Bei einem Blick in meine ersten Planungsunterlagen weiß ich wieder, warum in der Ruprik "Aktivitäten" dieser Game-Drive fehlt. :dry:


Das Abendessen: leider ist das Abendessen der absolute Negativpunkt in der Nunda-Lodge. Es herrscht hier zwar eine wunderbare Atmosphäre, man sitzt herrlich mit Blick auf den Okavango - River, aber die Esserei ist eine Zumutung.

Die Tomatensuppe war so wenig, dass nicht mal der Löffel von der Suppe bedeckt war.

Das Kudusteak war knapp davor, zur Schuhsohle zu erstarren - es war grässlich! :evil:

Dessert - das war gut, nur wissen wir nicht mehr, was das war.

Also - das Dinner war gar nix - nicht gut, nicht sehr gut, es war einfach nur schwach. Das ist ewig schade, denn hier auf der Restaurantterrasse zu sitzen, das macht Freude. Aber das Essen!

Trotzdem genießen wir auch hier das Ambiente. Es ist unbeschreiblich.

Und die Flasche Wein von Mr. Cameron ist eine feine Sache.:) :) :)

Vielleicht sollte ich mal die Köchin vom Camp Kwando hier vorbeischicken. Die gute Frau würde ob der Kochkunst hier wahrscheinlich davonlaufen.

ÜN: Nunda River Lodge mit Halbpension 1.620 ND, also ca. 162 Euro die Nacht für zwei Personen



Noch so eine Geschichte, die mir einfällt, und über die ich unbedingt berichten muss:

am Nebentisch sitzen zwei ältere Herren, beide stochern auch relativ lustlos in ihrem Teller und weil wir halt freundliche Bayern sind, sind wir mir den beiden Herren sofort ins Gespräch gekommen.

Zuerst so der übliche Small-Talk, über´s Essen, über die Nunda-Lodge, über´s Land usw. usw . Dann erzählen uns die Herren, dass sie nicht und auf gar keinen Fall vom anderen Ufer sind, nein nein, sie haben sich auf einer Reha kennengelernt, und zu Hause in Deutschland dachten sie sich, eigentlich könnten wir doch mal nach Afrika fahren, da soll´s doch auch recht schön sein.

Wir versichern den Herren, dass, auch wenn sie anders rum wären, uns das völlig "Wurscht" ist, und dass sie mit Afrika eine gute Entscheidung getroffen haben.:cheer:

Und so erzählen uns die beiden Herren, dass sie eigentlich von Maun über den Moremi nach Kasane fahren wollten. In Maun fragten sie nach dem Weg zum Moremi, und ein paar farbige Einheimische meinten, sie sollten das besser bleiben lassen, aber bitte ....

Am Gate zum Moremi Park wurden die beiden Herren nicht eingelassen. Man hat ihnen die Zufahrt verweigert!

Und sie erzählen uns, dass sie immer noch entrüstet sind, dass man sie nicht weiterfahren ließ. Und so sind sie dann über Shakawe hier in der Nunda-River-Lodge "gestrandet".

Unsere Frage war dann natürlich, wo denn da das Problem mit dem Moremi lag und warum man sie nicht weiterfahren ließ.

Darauf meinten sie, dass es möglicherweise an ihrem Auto lag. Ein Toyota Corolla, also das gleiche Auto, das auch wir fahren.:woohoo:

Oh Mann, jetzt war uns alles klar. Ja wie kann man denn nur so unbekümmert und naiv an eine Reise nach Afrika rangehen?!?

Wir waren uns jedoch nicht ganz sicher, ob wir das Ganze glauben sollten, aber die beiden Herren erzählten das so nett und vor allem so voller Überzeugung - die hatten nicht den geringsten Zweifel daran, irgendwas falsch gemacht zu haben.

Ich fragte dann mal vorsichtig nach, ob sie denn zumindest eine Landkarte dabei hätten - zumindest das wurde mit "Ja" beantwortet.

Und wieder mal bewahrheitet sich: wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben ....:woohoo: :woohoo: :woohoo:
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