THEMA: Der "bayern schorsch" auf Afrika-Tour
30 Okt 2011 10:45 #211175
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04.10.2011 der zweite Tag in der Nunda-River-Lodge

Nach einem wunderbaren Frühstück (es gab sogar eine eigene Eierstation) gehen wir kurz zum schwimmen. Der Pool ist picco-bello sauber, die Liegen laden zum relaxen ein. Wir haben´s hier wieder gut erwischt, trotz des wirklich nicht grad grandiosen Abendessens gestern.

Aber wir hoffen auf den heutigen Abend - es wird doch hoffentlich besser sein.:ohmy:

Nach der wie immer viel zu kurzen Relax-Pause fahren wir in den Mahangu Park, und zwar mit unserem eigenem Wagen. Wir haben uns natürlich bei Mr. Cameron vergewissert, ob das überhaupt möglich ist, mit unserem Kleinwagen durch den Park zu fahren, und er gab uns "grünes Licht". Alles kein Problem.

So düsen wir also los, es sind nur einige wenige Kilometer und schon stehen wir am Gate des Mahanguparks. Eintritt ist 40 ND pro Person + 10 ND für das Auto. Zusammen 90 ND, also runde 9 Euro, das ist nicht viel.

Der Mahangupark ist für uns ein tolles Erlebnis. Wie sehen sehr viele Tiere:
















Für uns ist das mal ein ganz anderes "feeling", so ganz allein ohne irgendwelchen anderen Leuten diesen Drive hier zu machen. Das ist schön, wenn nicht ständig jemand quasselt.

Wir genießen diesen Drive und mit unserem Auto kommen wir gut voran. Es gab keinerlei Probleme. Richtung Wasserloch (auf der anderen Seite des Parks) sind wir auch gefahren, allerdings haben uns unterwegs andere Parkbesucher erzählt, dass wir uns diesen Weg sparen können, da weder Wasser noch Tiere zu sehen sind.

Dieser Drive war für uns was Besonderes und es ist schade, dass wir gestern den Game-Drive mit der Lodge in den Buffalo-Park gemacht haben. Da wär´s besser gewesen, gleich hierher zu fahren. Das ist hier was Kleines, aber auch was ganz Feines. Na ja - beim nächsten Mal sind wir schlauer.

Übrigens - wenn man, von Divundu kommend, diesen Weg durch den Mahangu-Park einfach weiterfährt, dann kommt man bald darauf an die Grenze nach Botswana. Das wär dann die Alternativ-Route über Shakawe, wenn man runter in den Süden nach Maun in die eine Richtung oder nach Ghanzi in die andere Richtung will.
Von dort unten kamen ja auch unsere beiden Spassvögel von gestern Abend.:woohoo:

Auf der Rückfahrt schauen wir uns noch die Popa-Wasserfälle an. Ja, kann man sich anschauen, wenn man eh hier in der Gegend ist, aber man darf nicht zuviel erwarten. Eintritt Popafälle: 40 ND für zwei Personen.

Zurück in der Nunda Lodge sind wir gespannt, ob das mit dem Zimmerumzug funktioniert hat. Und siehe da, alles bestens, Bungalow Nr 27 war unser Domizil für die heutige Nacht.

Mit Kingsizebed;) und einem sehr interessanten Bad, halboffen und die Badewanne mit Blick auf den Okavango.

Das nenn ich mal "extravagant", das ist was Besonderes!!! Hätten wir allerdings gewusst, dass die Matratze des Kingsizebettes so was von - in Bayern sagt man "DURCHGFLACKT" - war, dann hätten wir das Zimmer nicht gewechselt.



(Bungalow Nr 27 - der einzige hier mit Kingsize-Bed)






(Bad mit Blick auf den Okavango)

Wir sind begeistert von diesem Ambiente hier. Die Stimmung ist sensationell, der Blick zum Okavango-River, das ist einfach klasse! :) :) :)







Um 16:00 Uhr geht´s los zu unserem Bootstrip.

Preis pro Person 205 ND, also rund 20 Euro, und diese Fahrt war eine unserer schönsten Bootsfahrten , die wir je gemacht haben. Wir können die Popa-Fälle sehen, aber vor allem das afrikanische Leben entlang des Flusses war für uns höchst interessant.

Da wird gewaschen, da wird gebadet. Kinder spielen am und im Fluss, die Erwachsenen, so fällt uns zumindest auf, sind immer schön getrennt. Dort die Frauen, dort die Männer.

Und da sind ja noch die unzähligen Hippos und auch viele Krokodile. Wir haben so was noch nie gesehen, wie eng Mensch und Tier auf kleinstem Raum zusammen sind, es ist einfach unbeschreiblich.

Man muss sich das vorstellen, wie hier die Kid´s im Fluss schwimmen, und keine 50 Meter davon entfernt dösen die Krok´s in der Abendsonne. Wenn wir so drüber nachdenken, wie schön das hier war, dann war diese Bootsfahrt eines unserer "highlights" in diesem Urlaub.:)
























(Das Leben entlang des Flusses - einzigartige Stimmung)




(unser Bungalow Nr 27)



(die Nunda River Lodge, eine schöne Anlage)

Zurück von der Tour sind auf der Riverside-Terrasse die Tische schon wunderschön eingedeckt. Es ist 18:30 Uhr und wir haben 30 Minuten bis zum Abendessen, um uns ein wenig frisch zu machen.




Als ich neben der Grillstation die Chafings sehe, ahne ich nichts Gutes:( .

Und tatsächlich liegt das gegrillte Fleisch, das es heute Abend um 19:00 Uhr zum Dinner geben soll, bereits gegrillt und fix und fertig in diesen Warmhaltevorrichtungen. Na, das kann ja heiter werden.

Punkt 19:00 wurde getrommelt - Dinnertime!
Und es haben sich unsere schlimmsten Befürchtungen bewahrheitet, es wurde dieses Fleisch, das wahrscheinlich schon um 18:00 Uhr gegrillt wurde, am Buffet dargeboten. Unglaublich.

Man konnte das Fleisch eigentlich gar nicht essen. Es gab Lamm und Gockelhax´n, das Lamm einfach fad und zäh, und die Gockelhax´n grad mal lauwarm.

Blieb im Endeffekt nur der Gang an die Salatbar, denn wenn man meinte, da wird vielleicht nochmal frisches Lamm auf den Grill gelegt, dann sah man sich getäuscht. "Oh we are sorry - the lamb is finished".

Eine ganz schwache Vorstellung der Küche !!!:evil:

ÜN: 1.620 ND für das Zimmer inclusive Halbpension, wobei die Halbpension zu vernachlässigen ist.

Die Unterkunft an sich außerordentlich schön, das gesamte Ambiente hier überzeugt. Trotz des schwachen Essens haben wir die Tage hier sehr genossen.

Es ist richtig romantisch hier, die Lage am Okavango einmalig, die Bootsfahrt das Beste, was hier angeboten wird und die Besitzer der Lodge superfreundlich. Wir würden hier wieder herkommen, aber nur dann, wenn der Koch ausgetauscht wird. Das war nämlich wirklich nicht gut und es tut uns leid, das so in aller Deutlichkeit sagen zu müssen.

Schade, dass die beiden älteren Herren heute nicht mehr da sind. Wir hätten uns gerne noch weiter unterhalten.

Hier noch zwei Bilder vom Sonnenuntergang auf dem Okavango - eine wunderbare und einmalige Stimmung!





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31 Okt 2011 14:47 #211274
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Hallo zusammen,

aus aktuellem Anlass zuerst Neuigkeiten:

Heute, 31.10.2011

Überraschung des Tages: um 14:00 Uhr läutet das Telefon:

"Hello, here is the Botschaft von Zimbabwe, please hold the line" , und kurz darauf hab ich den Botschafter von Zimbabwe an der Strippe. Ein sehr freundlicher Mensch, der sich zunächst entschuldigt hat für all die Aufregungen und Schwierigkeiten an der Grenze. Er bedauert die Vorkommnisse sehr und versichert mir, dass ihm das alles sehr leid tut. Dann wollte er noch das Eine und das Andere wissen und hat mir fest versprochen, sich in den nächsten zwei oder drei Wochen nochmals zu melden.:)

Also ich finde das schon eine kleine Sensation und im Nachhinein bin ich froh, dass wir den Brief an die Botschaft nach Berlin geschickt haben, denn diese Leute sollen ruhig wissen, was da an der Grenze alles passiert ist. Warten wir´s mal ab. Uns geht es weder um eine Erstattung oder sonst was, aber schön wär´s, wenn man zumindest erreicht, dass es dort vor Ort ein klein wenig besser und angenehmer für uns Touristen wird. Solche Vorkommnisse zu kommunizieren kann nie schaden.;)

05.10.2011 von Divundu nach Grootfontein, 454 km

Heute haben wir eine lange Strecke zu bewältigen. Aber was sind schon 454 Kilometer, wenn ich da an die 830 km gleich am Anfang unserer Reise denke.

Gestärkt von einem wieder ausgezeichneten Frühstück in der Nunda-River-Lodge gehen wir an die Sache ran. Der erste Teilabschnitt, nämlich von Divundu/Bagani bis nach Rundu sind cirka 200 km, wir brauchen grad mal 2 Stunden.

Die Fahrt ist sehr eintönig und in Rundu biegen wir in die Stadt ab. Dort ist die buchstäbliche Hölle los. Das ist ja so was von einem wuseligen Städtchen, unglaublich. Da geht´s so richtig afrikanisch her, und aus unsem Vorhaben, hier in Rundu an einem ATM Geld zu ziehen, wird nichts. Vor jedem Geldautomat Dutzende Menschen, das würde viel zu lange dauern.

Also gehts weiter über die B8 Richtung Grootfontein, wobei wir hinter Rundu eine Veterinärskontrolle passieren müssen. Wir werden allerdings kaum beachtet und man winkt uns nur durch.

Der Volksmund behauptet, wenn man diesen Veterinärsposten passiert, Akrika beginnt. Vorher war´s Namibia. Nun, bei uns ist´s natürlich umgekehrt, wir kommen grad aus Afrika und fahren jetzt nach Namibia. (Wenn das alles so stimmt , was der Volksmund sagt) :unsure:

Wir sind schnell in Grootfontein. Schon um 13:00 Uhr sind wir beim Spar, füllen unsere Wasservorräte auf, kaufen uns ein paar Handwürste und Käse für eine Brotzeit und beim Bäcker nehmen wir frische Brezel mit. Jawohl, Brezel, und zwar ganz leckere. Auch so was gibt´s hier! Und natürlich ein Savanna dry, das darf ja eh nicht fehlen.

Wir schauen uns die Stadt an, ziehen Bargeld am Bankomat, machen eine kurze Mittagspause, tanken und schon geht´s die letzten Kilometer weiter zu unserer heutigen Übernachtung, die Pension SEIDARAP , etwas außerhalb von Grootfontein.

Wenn man SEIDARAP rückwärts liest, dann beschreibt das ein wenig, wo wir hier waren. Es war eine phantastische Unterkunft, die Zimmer absolut topsauber, und der Pool war ganz hervorragend.

Es tut uns gut, ein bisschen Verschnaufpause zu haben, die paar Stunden am Pool sind sehr schön.



(schöner Pool beim Gästehaus Seidarap)






(unser Zimmer im Anbau des Haupthauses)

Das Gästehaus Seidarap wird von Stephan, einem gebürtigem Namibier und seiner Frau Sylvia, gebürtig in Memmingen, geleitet. Mit zur Familie gehören noch die zwei kleinen Kinder der Beiden und der Opa. Zwei Männer, die hier angestellt sind, kümmern sich um Garten und Außenanlagen.

Und dann gibt´s da noch Verstärkung in Form einer weiblichen Praktikantin, die 18-jährige Johanna, die hier nach dem Abitur eine dreimonatige Praktikumszeit verbringt.

Ein außergewöhnliches Mädchen - nicht nur hübsch, sondern intelligent und genau so, wie ein junges Mädel sein soll. Sie erzählt uns, dass sie mal Ärztin werden will, wir bestärken sie natürlich in diesem Vorhaben. Die jungen Leute brauchen da immer guten Zuspruch.

Und dass die Welt ein Dorf, und zwar wirklich ein ganz kleines Dorf ist, bewahrheitet sich wieder mal. Johanna, so stellt sich hier zu Hause raus, ist die Enkeltochter von unserem Forumsmitglied "Hanne".

Hanne, auf so eine Enkeltochter kannste wirklich stolz sein! :)

Zum Pool kommt dann abwechselnd mal Sylvia und mal Stephan auf ein kleines Schwätzchen. Wir lieben das, eine freundliche Unterhaltung mit den Besitzern von Seiderap.

Ob wir irgendwelche Essensallergien haben, so wurden wir gefragt. Nein - nur gut muss es sein. Und reichlich. Stephan versichert uns, dass wir zufrieden sein werden und zeigt uns den Platz, wo abends gegrillt wird und wo wir sitzen. Es ist an der "Kaiserstraße", das ist der Weg, der durch den Garten nach hinten zum Farmpool führt.




Um 19.00 Uhr gibt´s den obligatorischen Gin-Tonic, mit uns sind noch weitere 8 Gäste hier. Sylvia und Johanna bringen die Salate, und Stephan ist der Grillmeister.

Jetzt darf man sich das aber nicht so vorstellen, dass hier einfach so gegrillt wird. Stephan zelebriert das Grillen, und zwar in einer ganz besonderen Art und Weise.

Da wird das Grillen zur Kunst erhoben!:cheer:

Der Mann versteht sein Handwerk und uns macht es Spass, ihm bei "der Arbeit" zuzuschauen. Bald werden wir zu Tisch gebeten, es ist eine lange Tafel für alle, wunderschön eingedeckt, ein ganz tolles Ambiente.

ÜN: Gästehaus Seidarap 1.005 ND, also 100 Euro das Zimmer für zwei Personen inclusive Halbpension

Dinner: eines der besten Essen in diesem Urlaub, neben Salaten, Kartoffelgratin, Knoblauchbaguette und Maisbrei gab es Kudusteaks, Schweinebauch und ein paar einen Meter lange Rindsbratwürstl, und als besondere Delikatesse ein anständiges Stück Lammrippe. Ein Wahnsinn.

Als Abschluss kredenzte Stephan uns noch Eis mit Amarulla-Creme im Glas, "extra lecker".



(Grillmeister Stephan)







Fazit: Jederzeit wieder, wir haben das nicht bereut, ins Gästehaus Seiderap gekommen zu sein.
Das Preis-Leistungsverhältnis war mehr als gut und wir meinen, dass Stephan und Sylvia sich hier einen wirklich paradiesischen Flecken Erde geschaffen haben. Allen Respekt!
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01 Nov 2011 09:24 #211400
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06.10.2011, von Grootfontein nach Omaruru, 350 km

Vom Gästehaus Seidarap fahren wir ungern ab. Man wird verabschiedet , als ob wir alte Freunde wären.

Sylvia, Stephan, Praktikantin Johanna und die beiden Kleinen winken uns zum Abschied. :kiss: Ja, denken wir, da kann man wieder herfahren, da ist man gern gesehen. Das waren nette Leute.

So düsen wir los, irgendwie ist es schon ein komisches Gefühl, wissen wir doch, dass wir hier in Namibia bloß noch einige wenige Tage haben, und dann geht´s wieder nach Hause.:( Und da passt dieser Abschied hier im Seidarap überhaupt nicht dazu. Da fällt´s einem nur noch schwerer.

Den "Hoba Meteorit", gar nicht weit von Grootfontein entfernt, der hier vor vielen Jahren vom Himmel gefallen ist, wollen wir sehen. Es ist nicht weit, wir sind die einzigen Besucher und fragen uns, wie es sein kann, dass dieses Teil, obwohl es so schwer ist, nicht einen riesigen Krater hinterlassen hat.







Über Otavi sind wir schon bald in Otjiwarongo, wo wir die Bäckerei Carstensen besuchen. Schade, dass wir keine Kamera dabei hatten. Die Kuchenauswahl an der Theke wär ein Foto wert gewesen, denn sonst glaubt Dir das zu Hause eh keiner, dass es hier so einen "Laden" überhaupt gibt. Und die Kuchen waren ganz vorzüglich.

Weiter geht´s auf der C33 über die Ortschaft Kalkrand nach Omaruru, ein nettes kleines Städtchen. Schon bei der Durchfahrt durch Omaruru sehen wir, dass hier alles recht aufgeräumt und sauber aussieht. Hier werden wir bestimmt in den nächsten Tagen mal vorbeischauen.

Nach rund 25 Kilometer haben wir unser Ziel erreicht, die Gästefarm "Onduruquea", hochgelobt bei holiday-check mit immerhin 72 Bewertungen, einer 100 %igen Weiterempfehlungsrate und 5,7 Sonnen. Besser kann´s nicht sein und wir freuen uns sehr auf die kommenden Tage.



(das Einfahrtstor zur Gästefarm)

Wir werden hier sehr herzlich von der Junior-Chefin Julia empfangen, der "check in", soweit man davon überhaupt sprechen kann, ist in fünf Minuten erledigt.

Unser Bungalow liegt sehr gut in "erster Reihe" zum Wasserloch, das passt. Wir gehen schwimmen und nutzen die Zeit bis zum Game-Drive, die Gästefarm ein wenig näher zu inspizieren.

Irgendwie kommt bei uns keine rechte Stimmung auf. Wir können nicht sagen weshalb, aber man hat so ein Gefühl. Und der Funken mag, zumindest bis jetzt, einfach nicht überspringen. Ich vermisse bei uns jegliche Begeisterung, was diese Gästefarm hier anbelangt. :unsure:

Uns ist das alles hier ein wenig zu deutsch, unsere Zimmereinrichtung könnte auch im Schwarzwald stehen, und der Alibert im Bad ist bestimmt funtionell, aber wenn ich da an unsere offenen Bäder im Caprivi denke ....:(






(die Zimmer, so gar nicht afrikanisch ...)



(und das Bad mit dem Alibert ...)

Spätnachmittags starten wir zum Game-Drive. Unser Driver ist der Inhaber der Gästefarm und außer uns sind noch 2 Paare im Jeep und eine fünfköpfige Familie aus Ostdeutschland, bestehend aus Mama, Papa, Oma, Opa und einem ca. 12-jährigen Jungen.

Der Drive war ohne Übertreibung mit das Schlechteste, was wir je in Namibia erlebt haben. Das lief alles völlig lustlos ab, Tiere sahen wir kaum, und wenn mal ein Oryx zu sehen war, dann hat der 12-jährige Bursche jedes Mal seine Kommentare abgelassen, ohne Rücksicht auf Verluste, in voller Lautstärke, aber sehr zur Freude dieser ostdeutschen Familie.

Wir vertreten ja die Meinung, dass ein Game-Drive nicht unbedingt nur durch Tiersichtungen punkten muss. Da kann man immer mal Pech haben. Aber dann sollte doch zumindest der Fahrer sein Bestes geben, das haben wir jedoch vermisst. Da kam nichts. Vielleicht hat´s dem Farmer in Anbetracht seiner Gruppe, die er da dabei hatte, die Sprache verschlagen.

Mit an "Bord" war sehr eigenartige Leute. Wir waren die einzigen Mitfahrer mit entsprechender Kopfbedeckung, die Familie, allen voran die Mama und der Junge, hatten einen hochroten Kopf, der Bursche hatte schon ganz fiebrige Augen.

Die Reihe vor uns saß eine Frau, gekleidet mit einem Top, weit ausgeschnitten. Nicht dass ich da was dagegen hätte, ganz im Gegenteil, das gefällt dem "bayern schorsch" gut, aber die Frau war knallrot, die Sonne verbrannte ihre Schultern und ihr Dekolletè. Ja Mensch, so fährt man doch nicht in den Busch, und das bei sengender Sonne und geschätzten 35 Grad. :woohoo:

Abends nach dem Game-Drive sitzt man dann rund ums Lagerfeuer. Wir mal wieder mit unserem Gin-Tonic in der Hand. Diese Zeit vor dem Dinner nützen wir gerne, um mit anderen Gästen ins Gespräch zu kommen.

Nur vergeht einem da die Lust, wenn andere Gäste ans Lagerfeuer kommen, sich setzen, aber es nicht mal der Mühe wert finden, einen" Knapper" herzumachen. Also sowas von stoffeligen Leuten haben wir selten erlebt.

Irgendwie passt das hier einfach nicht zusammen und schon kurz nach dem Abendessen sind wir im Bett. Wir schauen noch zum Wasserloch, das ja mehr oder weniger unmittelbar vor unserer Nase ist, aber da herrscht leider Fehlanzeige. Kein einziges Tier weit und breit. Es ist einfach nicht unser Tag.:(

ÜN: Gästefarm Onduruquea, 1.278 ND inclusive Halbpension für zwei Personen

Dinner: sehr gut, das Grillen durch den Senior am Lagerfeuer war hervorragend, es gab Oryx und ein sehr schmackhaftes Salatbuffet. Leider "dürfen" wir nicht im Freien sitzen, das macht den Inhabern zu große Umstände.

Das taugt uns überhaupt nicht, denn das wäre ein ganz ein toller Platz gewesen und wahrscheinlich hätte uns das Abendessen noch besser geschmeckt. Und auf der Veranda der Farm war´s zwar ganz nett, aber halt nicht soooooo prickelnd.




(schöner Platz für´s Dinner, nur leider ....)
:(
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01 Nov 2011 18:25 #211466
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07.10.2011 der zweite Tag auf Onduruquea

Wir stellen unseren Wecker auf 6:30 Uhr, wir haben uns fest vorgenommen, frühmorgens einen der Trail´s hier abzulaufen.

Aber wie das halt mit den Frauen so ist,:kiss: :kiss: :kiss: lauf ich allein. Die Idee von der Gästefarm, verschiedene Trail´s auszustecken, finde ich gut. Da werden mehrere Wanderpfade mit einer Länge von 2 bis 8 Kilometer angeboten, und ich entscheide mich für den 7 Kilometer langen "Nashorn-Weg".

Landschaftlich ganz nett, aber ich sehe wieder keine Tiere. Von drei Oryx-Antilopen sehe ich die Rückseite, außerdem laufen mir zwei Warzenschweine über den Weg und als Krönung darf ich immerhin vier Feldhasen in meine Trophäensammlung aufnehmen. Eine schlechte Ausbeute, ich befürchte, es liegt an mir, ich bin zu laut.:laugh:

Da schmeckt dann natürlich das Frühstück und ich beobachte die 5er-Familie mit Argusaugen, als sie das Frühstücksbuffet stürmen.

Wieder kein Gruß, kein "guten Morgen", es ist schlimm. Jedoch lässt sich der bayern schorsch nebst Gemahlin die Laune nicht verderben. Das wär ja noch das Nettere, vielleicht haben wir ja Glück, und die Familie reist heute ab.:angry:

Wir schmieden Pläne, was wir heute machen wollen. Und so begeben wir uns auf den Weg zur Ameib-Ranch, dort gibt´s die Philip´s Cave und die Bull´s Party. Das wollen wir sehen, diese bizarren Granitformationen und auch die Felszeichnungen in der Cave sollen sehr schön sein.

Auf Ameib angekommen halten wir einen netten Plausch mit Frau Kögel, der Inhaberin dieser Ranch und zahlen für 2x Day Visitors und 2 Savanna Dry´s 100 ND. Der Weg bzw. die Straße, die hinter zu den Parkplätzen bei der "Philip´s Cave" und bei der "Bull´s Party" führt, verlangt unserem Toyota Corolla wieder alles ab.

Eigentlich unverantwortlich,:evil: was wir hier veranstalten, aber es geht gut. Wieder das alte Lied - der Corolla ist viel zu niedrig. Einen 4x4 braucht man nicht, aber ein höheres Auto.

Beide Spots sind klasse. Philip´s Cave klasse, Bull´s Party Weltklasse.

Wir können jedem, der hier in dieser Gegend ist, den Besuch nur wärmstens empfehlen. Bull´s Party mit den Felsen - man meint, irgendein Riese hätte mit den Steinen gespielt, so eigenwillig liegen die hier rum. Und die Cave mit den Felszeichnungen, das ist schon toll.

Wenngleich der Weg zur "Philip´s Cave" schon sehr beschwerlich ist, aber nicht wegen des Weges sondern wegen dieser Höllenhitze hier. Es hat bestimmt 40 Grad, da sollte man nicht Bergwandern.;)
Wir haben aber genügend Wasser dabei und genießen diese sagenhafte Landschaft.



(Philip´s Cave, eine schöner Platz)



(Felsmalereien bei Bull´s Party)












(jeder darf mal ran ...)

Auf dem Rückweg machen wir einen Stop in Usakos und essen in einer Kneipe eine Kleinigkeit.

Das heißt, so klein war die Kleinigkeit gar nicht, 3 Schinken-Käsetoast, 1 Windhoek Lager, 1 Windhoek Draught, 1 Cola Light und 1 Glas White-Wine, und das Ganze für schlappe 66 ND.

Es geht also auch günstig. Die Kneipe gehört übrigens zum "Bahnhof-Hotel", wir sitzen schön im Schatten auf der Veranda und können das afrikanische Leben auf der Straße beoabachten. Für uns war diese Stunde wieder mal Urlaub pur. So wie wir es mögen.




Zurück auf Onduruquea parken wir unser Auto ein und sehen, dass die fünf Köpfe, nämlich Mama, Papa, Oma, Opa und Junior schon wieder auf dem Jeep sitzen. Von wegen abgereist!:angry:

Damit fällt uns die Wahl leicht, wir werden die Ruhe am Pool genießen und uns auf das Abendessen freuen. Vielleicht machen wir ja morgen nochmal einen Drive mit.




Das heutige Dinner war Spitzenmäßig! Wieder Oryx gegrillt in der Pfanne am Lagerfeuer, dazu Elanfilet, Butternut´s, Salate - es war ausgezeichnet. Ganz besonders das Elan-Filet, das war unglaublich gut. Nur leider wieder unter dieser Veranda und nicht im Freien. Schade.

Vor dem Abendessen beim Lagerfeuer wieder das gleiche Bild: wir mit Gin-Tonic, die 5 Köpfe und viele Andere ohne Gruß.:P Man gewöhnt sich an alles, wobei heute viele Gäste hier sind, man muss der Fairness halber zugeben, dass ein Essen im Freien logistisch schwer möglich gewesen wäre. Aber möglich ...

Und wir haben neue Nachbarsleute bekommen - zwei äußerst starke Raucher, er stark und sie Kette. :evil: Wir haben die Frau, und das ist keine Lüge, nicht eine Minute, außer beim Essen, ohne Zigarette gesehen.

Und dann quartiert man die Beiden ausgerechnet in unseren Doppelbungalow rückwärtig ein mit der Folge, dass die beiden Herrschaften mehr Zeit vor ihrem/unserem Bungalow beim Rauchen verbracht haben als innendrin.

Auch nicht unser Tag, aber uns kann nichts mehr erschüttern.
Doch - der Blick zum Wasserloch, der erschüttert uns, es ist nämlich wieder nichts los.




Aber wir geben die Hoffnung nicht auf, vielleicht wird ja morgen alles viel viel besser !!!:huh:
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02 Nov 2011 15:28 #211556
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08.10.2011 der dritte Tag auf Onduruquea

Und heute gehen wir gemeinsam durch Dick und Dünn. Will heißen, dass wir zu Zweit (nachdem ich gestern so versetzt wurde ...) den längsten Trail mit 8 km abwandern.

Und das morgens um 6:15 Uhr. Man muss die Tiere schon sehr lieben, wenn man sich das antut, hier in aller "Herr Gott´s Frühe" durch den Busch zu stapfen. Wir sind aber Frühaufsteher und so macht uns das nichts aus. Leider sehen wir so gut wie nichts, ein paar Antilopen, ein paar Warzenschweine, das ist für uns keine gute Ausbeute. Wo sind nur die vielen Tiere, die hier angeblich sein sollen? :unsure:

Das Frühstück ist wieder ausgezeichnet, Eier, Müsli, ALLES, was das Herz begehrt. Ein guter Auftakt für einen hoffentlich guten Tag.

Wir wollen heute zur Ai-Aiba Lodge. Erstens um die Lodge anzuschauen und zweitens , um den San´s im "Living Village" einen Besuch abzustatten. Also machen wir uns auf den Weg und fahren zunächst nach Omaruru.

Omaruru ist eine nette Ortschaft, hier gibt es eine Weinkellerei, eine Schokoladenfabrik und eine Holzschnitzerei, die "Tikoloshe Africa". Aus der Weinkellerei wird nichts, obwohl uns der Grappa und Kaktusfeigenschnaps schon interessiert hätte. Die Schokoladenfabrik hat samstags geschlossen, so dass wir "nur" die Tikoloshe Holzschnitzerei besuchten. Sehr lohnenswert, aber für unsere Begriffe teuer. In jedem Fall aber lohnt es sich, mal vorbeizuschauen, denn die Schnitzereien sind sehr schön.

Wir fahren weiter auf der D2315 und sind bald auf der Ai-Aiba Lodge. Landschaftlich ist das hier unbeschreiblich schön, wir haben eine schöne Fahrt und sehen entlang der Gravel-Pad immer wieder Zebras, Antilopen und etliche Affen.




Auf Ai Aiba genehmigen wir uns einen "light lunch", das ist eine Suppe, ein Salat mit geräuchertem Zebrafleisch und ein feines Schöpperl Chardonnay.

Und wie wir da so am Tisch sitzen denk ich mir, den Mann am Nebentisch, den kennst Du. Aber woher? Schüchtern wie wir sind legen wir nicht wie sonst oft üblich gleich mal los, so nach dem Motte "hi man ..." sondern lauschen der Unterhaltung am Nebentisch.

Und da macht dieser Mann seinen Mund auf, spricht das erste Wort und schon ist uns klar, wen wir da vor uns haben. Es ist Christian, hier im Forum besser bekannt als "Otjikoko".

Schon wieder ist die Welt ein Dorf. Man stelle sich vor, jetzt waren wir zwei Mal in Namibia, und beide Male läuft uns der Christian über den Weg. Einfach so, es ist nicht zu fassen.

Natürlich gab´ s ein großes HALLO, und an dieser Stelle ganz herzliche Grüsse an Dich, Otjikoko! Wir hoffen, Du hast Deinem Gast noch viele schöne Dinge in Namibia zeigen können.

Die Ai-Aiba Lodge ist schön, wir dürfen auch einen Bungalow anschauen, es sieht alles recht ordentlich aus. Der Pool jedoch ist "stern-voll-Dreck", da würd ich nicht mal meine Füße reinhängen.


Das kleine Mittagessen ist o.k., die Landschaft ein Traum. Hier lässt sich´s gut aushalten:









Anschließend schauen wir noch bei den Buschleuten, den San´s vorbei. Es ist schon interessant, wie das hier so abläuft, aber ich denke, dass wir das nicht nochmal brauchen.

Wir haben Sanleute schon öfters besucht und wir haben da fast immer ein "komisches" Gefühl. Irgendwie haben wir den Eindruck, dass sich die Leute regelrecht zu Schau stellen. Wir mögen das nicht so sehr, das ist nicht unbedingt unser Ding.







Und wir fahren zurück nach Onduruquea, schließlich wollen wir heute unbedingt noch einen Game-Drive machen. Wir haben mitbekommen, dass die Familie aus dem Osten weg ist und auch unsere Nachbarn haben schon frühmorgens, gleich nach dem Frühstück, rauchend Ihr Auto bepackt. Das hört sich doch schon mal Alles recht positiv an. Jetzt haben wir wieder "sturmfreie" Bude.:laugh:

Als wir vor dem Game-Drive noch kurz zum schwimmen gehen, läuft mir ein älteres Ehepaar über den Weg. Ich: "Hallo,na, grad angekommen?".
Er leicht verunsichert: "Hi, do you speak English?"

Aaaaah, das hört sich gut an. Endlich mal jemand, der seine "Papp´n" aufbringt . Und wenn auch "nur" in Englisch. Und so stellt sich heraus, dass das Paar aus Polen kommt. Da schau ich dann doch etwas ungläubig, aber die Beiden sind so nett und ich frage so im Spass, ob sie vielleicht im Lotto gewonnen haben?

Haben sie nicht, sie haben eine Softwarefirma in Polen mit 30 Angestellten, und er macht jetzt mal Urlaub von daheim. Sechs Wochen Afrika, in Südafrika war er schon, darunter eine Woche (!!!) im Sabi Sabi Private Game Reserve. "Very expensive", so verrät er mir. Weiß ich - denk ich mir. Ein Mensch mit sehr viel Geld, und beide sind ausgesprochen sympathisch. Das gefällt mir, das werden heute abend unsere Tischnachbarn.

Zeit für den Game-Drive: Wir wissen, dass das für längere Zeit wieder unser letzter Game-Drive sein wird und hoffen natürlich sehr, dass es eine schöne Fahrt wird.

Am Pool haben wir zuvor noch zwei Paare angesprochen, ob sie denn nicht Lust hätten, mitzukommen, und die beiden Frauen waren sich schnell einig - wir lassen die beiden Männer hier und machen den Drive mit. Das ist ja nett. Die beiden Damen sind uns auf Anhieb symphatisch. Und so ist das, es gibt Menschen, von denen erfährt man binnen fünf Minuten, wer sie sind, wo sie herkommen, was sie tun, wie sie heißen. Da stimmt ab der ersten Sekunde die Chemie. So mögen wir das.

Jetzt waren wir eine kleine Gruppe, und zu unserer Überraschung war heute Abend nicht der Senior, sondern dessen jüngster Sohn, Marco, der Driver. Na hoffentlich kennt sich der im Gelände aus und weiß, wo man hier endlich mal Tiere sehen kann.

Um es vorwegzunehmen: es war ein sensationeller Game-Drive.:) Dieser Marco war derart bemüht, allein sein Fahrstil sucht seinesgleichen. Der hat sich immer auf´s Trittbrett des Jeeps gestellt, um einen besseren Überblick zu haben und hat wirklich ALLES, aber auch wirklich ALLES getan, um uns einen unvergesslichen Drive zu bescheren.

Was für ein Glück, nicht nur die Besatzung passte, auch die Tiersichtungen waren einzigartig. Zum Abschluss der Fahrt haben wir noch Giraffen gesehen, die in der untergehenden Sonne am Horizont verschwunden sind. Das war Afrika pur. Das war einmalig.







Beim Drive sind wir mit den beiden Damen sehr nett ins Gespräch gekommen. Was wir am Pool noch nicht erfahren haben, hier im Busch kam der Rest.

Das eine Paar stammt aus Deutschland, er arbeitet seit zwei Jahren am Aufbau einer Zementfabrik, beide wohnen in Windhoek mit Kind. (Darum sind auch die Männer auf der Farm geblieben), und das andere Paar ist aus Namibia, sie Goldschmiedin und er ?.

Und dann sagt uns die Frau vom Zementfabrikanten, dass ihr Mann beim heutigen Abendessen in jedem Fall "draußen" sitzen wird und wir uns doch dazusetzen sollen. - Na denken wir uns, ob das wohl klappt, bei uns war´s ja schließlich nicht möglich.

Aber tatsächlich, für die 4 Herrschaften war der Tisch im Freien gedeckt, und die beiden Damen sorgten dafür, dass auch wir noch Platz bekommen.Natürlich nahmen wir die beiden Polen auch noch mit an unseren Tisch.

So saßen wir also mit 8 Personen + 2 Kid´s schön unter freiem Himmel. Wir waren die einzigen Gäste heute auf Onduruquea, und es war ein wunderschöner Abend! :)

Wir hatten supertolle Gespräche, wir haben viel von Namibia, aber auch viel von Polen, erfahren. Eine Runde nach der Anderen wurde ausgegeben, wir wackelten ganz verdächtig kurz vor Mitternacht ins Bett.;) ;) ;)

Dinner: Wir waren drei Abende hier. Und es wurde drei Mal Oryx gegrillt. Und zwar immer so:



(Vater und Sohn waren hervorragende Griller ...)

Glücklicherweise lieben wir Oryx, manch anderer hätte sich daran vielleicht sehr gestört, drei mal hintereinander Oryx zu essen, uns hat´s nichts ausgemacht. Es gab aber auch heute außer Oryx noch Geschnetzeltes (ich glaube vom Schwein), viele Salate und sehr gute Zutaten.

Die Stimmung war in dieser Runde prächtig, allerdings war´s der Hausdame überhaupt nicht recht, dass wir draußen gegessen haben. Sie hat sich das leider auch sehr anmerken lassen. Aus unserer Sicht kein guter Stil. :(

ÜN: so wie die letzten beiden Abende hier auf Onduruquea, der Preis war incl. Halbpension 1.278 ND, also ca. 125 Euro, und einen Game-Drive bekamen wir gratis, weil wir drei Nächte hier waren.

Fazit:

Wir tun uns schwer, die Gästefarm Onduruquea zu bewerten. Es ist alles sehr sehr sauber hier, die Bungalows groß, auch das Bad sehr sauber, die Betten bequem. Der Pool machte ebenfalls einen durchaus sauberen Eindruck, wir gingen gern rein zum schwimmen.

Vielleicht ist aber hier auch alles ein bisschen zu "hausbacken". Improvisation gibt´s hier nicht, ich glaub, da muss alles so gemacht werden wie es immer war, und da gehören auch die Essensgewohnheiten dazu. Vielleicht sollte man die jungen Leute mehr einbinden, aber das ist unserer Meinung nach relativ schwierig, zu dominant scheint die Chefin des Hauses zu sein. Sehr freundlich war allerdings immer das gesamte Onduruquea-Team.

Das Essen war an allen drei Abenden sehr gut. Ob´s aber jeden Abend Oryx braucht? Wir hätten uns schon mal über einen Fetzen Rindersteak gefreut.

Das Wasserloch war schlichtweg ein Witz. Hatten wir noch im Vorfeld über "jede Menge Tiersichtungen" gelesen, so können wir das nicht bestätigen. Wir waren drei Nächte hier, und wenn sich an zwei Abenden jeweils ein Eland für 5 Minuten hier verirrt, dann ist das für uns keine Sensation. Allerdings wurde uns von den Farmersleuten erklärt, dass sich hier zwei Leoparden rumtreiben und deshalb wenig bzw. gar keine Tiere zum Wasserloch kommen. Nur dumm, dass wir die Leoparden auch nicht gesehen haben.

Die Gäste hier waren sehr eigenartig. Anscheinend lauter "holiday-checkler". Wir bilden uns ein, sehr redselig und auch äußerst kontaktfreudig zu sein, aber an den beiden ersten Abenden dachten wir, wir sind Exoten, am dritten Abend war die Gesellschaft so, wie wir uns das wünschen.

Vergessen darf man auch das Preis-Leistungsverhältnis nicht. Einen Game-Drive für 90 ND pro Person wird man wo anders so schnell nicht finden. Und auch die Getränkepreise sind für unser Dafürhalten sehr human.

Für Menschen, die das erste Mal in Namibia sind, mag das hier eine gute Sache sein. Wenn man ein bisschen mehr will, und dazu gehören wir, reicht Onduruquea nicht. Wir würden nicht mehr herkommen.
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Letzte Änderung: 31 Jul 2013 20:16 von bayern schorsch.
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03 Nov 2011 16:58 #211689
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  • bayern schorsch am 30 Okt 2011 10:45
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09.10.2011 von Omaruru nach Windhoek, ca. 275 km

Leicht verkatert steigen wir aus den Federn, oh Mann war das ein netter Abend gestern. Noch vor dem Frühstück packen wir schnell unsere Sachen, und bald geht´s los in Richtung Windhoek.



(Auto ist bepackt, gleich geht´s los ...)


In Okahandja besuchen wir den Holzschnitzermarkt, wir brauchen noch ein paar Mitbringsel für zu Hause. Es ist immer das gleiche Spielchen: zuerst wird man von allen Seite bestürmt, teilweise sogar bedrängt. Man muss schon sehr energisch sein, um die vielen Verkäufer abzuwimmeln.

Und alle sind nett, alle haben die beste Ware, alle haben die besten Preise, eigentlich sind sie eh alle das Beste, was uns heute passieren kann. Und alle sind sie unsere besten Freunde.

Aber man kann ja nicht bei jedem einkaufen, und so entscheiden wir uns für einen Holzschnitzer, bei dem wir den Eindruck haben, er ist nicht gar so "geschäftstüchtig". Wir kaufen ein paar Kleinigkeiten, das war´s. Der Mann ist aus Angola und wir haben das Gefühl, wir werden von ihm nur halb über den Tisch gezogen, nicht ganz. :cheer:

Was mich aber schwer ärgert, wenn man dann an den anderen Verkäufern, die "leer" ausgegangen sind, vorbeigeht, und diese Leute würdigen dich keines Blickes. Das ist schade, das verdirbt ein wenig die Stimmung. Schließlich waren das noch vor 10 Minuten unsere besten Freunde.:laugh:

Bald sind wir in Windhoek, unsere letzte Übernachtung ist die Pension Uhland, bevor wir morgen wieder nach München zurückfliegen. Wir steuern zur Pension und entleeren als Erstes unser Auto. "Entleeren" ist der richtige Ausdruck, man glaubt gar nicht, was sich in diesen drei Wochen alles in einem Auto verstecken lässt.

Bei der Pension Uhland laufen uns zwei "verstaubte" Camper über den Weg, jetzt im Nachhinein stellt sich raus, es ist Marina (Fernweh 11), hier aus dem Forum. Bei der Gelegenheit beste Grüsse an Euch!

Wir haben einen Termin. 16:00 Uhr haben wir mit Berti Hamm von Savanna Car vereinbart, dass wir unser Auto zurückbringen. Es ist schließlich Sonntag, und deshalb haben wir einen festen Termin zur Wagenrückgabe vereinbart. Für uns war das so völlig in Ordnung, das hat gepasst. Bei der Gelegenheit gleich die Bewertung für

SAVANNA Car - wir haben für die 18 Tage Toyota Corolla 6.209 ND schon vor fast einem Jahr bezahlt mit Teilkaskoversicherung SB 500 Euro, ohne Reifen oder Glasversicherung. Es ist alles gut gegangen, keine Nachforderung, nichts. Das Auto ist tadellos gelaufen, alles war bestens in Schuss. :)

Gefehlt hat meines Erachtens ein USB Anschluss für den Musicstick, das sollte in so einem Auto drin sein. Aber ansonsten waren wir sehr zufrieden, die Firma Savanna Car macht einen sehr soliden Eindruck. Wir würden bei Savanna Car jederzeit wieder buchen. Die Transfers Flughafen - Stadt, Stadt - Uhland, Uhland -Flughafen haben alle pünktlich funktioniert und waren im Gesamtpreis inkludiert, ebenso wie alle nötigen Papiere für die Reise nach Botswana und Simbabwe.


Abends sind wir dann nochmals in Joe´s Beerhouse gegangen. Nette Unterhaltung am Tisch, das Essen war sehr gut.

ÜN: Pension Uhland, 661 ND, also rund 64 Euro für das Superior-Zimmer mit Frühstück für zwei Personen.









(Pension Uhland in Windhoek)

Uhland war uns ja schon von unserer ersten "verkorksten" Nacht hier in Windhoek bekannt. Da hatten wir unfreiwilliger weise das Standard Zimmer, jetzt zum Abschluss war´s das Superiorzimmer. Es war ordentlich, aber nicht mehr. Beim nächsten Mal suchen wir uns mit Sicherheit was anderes. Wir denken da an eine nette Lodge in Flughafennähe. Letztes Jahr waren wir bei den Trümper´s, das was deutlich besser.

Unser Urlaub im Rückblick:

Es war eine schöne und runde Sache. Nicht nur highlights, es gab auch Dinge, die nicht so gut liefen. Wenn wir eine Benotung abgeben müssten, dann würden wir nach dem Schulnotenprinzip wie folgt vorgehen:

Flug Air Berlin: eine glatte 6, durchgefallen, denn das mit der Verspätung geht überhaupt nicht

Pension Uhland, Standard Room 4

Maun, Discovery Bed and Breakfast 2

Nata, Nata Lodge 3

Kasane, Chobe Safari Lodge 1

Victoria Falls, Amadeus Garden 3

Kongola, Camp Kwando 1-2

Divundu, Nunda-River-Lodge 1-2

Grootfontein, GH Seidarap 1

Omaruru, Gästefarm Onduruquea 3

Pension Uhland, Superior Room 3-4

Savanna Car: 1 - 2

Sollten wir noch jemals in diese Gegend kommen, dann würden wir ein größeres Auto nehmen. Nicht nur die Sicherheit, auch der Komfort ist zum Beispiel bei einem KIA Sportage schon was ganz anderes. Und man sitzt ja doch etliche Zeit des Urlaubs im Auto. Gesamt sind wir übrigens in diesem Urlaub 3.830 Kilometer gefahren.

Der Urlaub in 2010 hat uns besser gefallen. Das war die klassische Namibia-Tour. Natürlich waren die Tiersichtungen im Chobe Nationalpark grandios, das war schon sehr beeindruckend. Und der Caprivi, absolut empfehlenswert. Aber Namibia ist Namibia.

Das gibt´s auch eine Küste, da gibt es Swakopmund. Wir haben das im letzten Jahr sehr genossen, weil es mehr Abwechslung gab. Da war die Kalahari, dann KleinAusVista, dann Swakop mit der Pelikan- und Wüstentour, und dann noch das Damaraland und zum Abschluss Ethosha. Wir haben letztes Jahr ein Highlight nach dem Anderen gehabt. Das war unvorstellbar.

Trotzdem war auch dieser Urlaub KLASSE, wir haben viel gelernt und viel erlebt. Was wir nächstes Jahr machen - vielleicht Südafrika, vielleicht eine Genießertour in Namibia - wir wissen es noch nicht. Aber sicher wird es wieder Afrika werden, dazu haben wir uns in dieses Land viel zu sehr verliebt.

DANKE an Alle, die ein feedback hergeschickt haben:)

DANKE an Alle für´s Mitlesen:)

DANKE für die Geduld, wenn Teile des Reiseberichtes mal zu "langatmig" waren;)

In diesem Sinne und bis auf ein ander Mal,
der bayern schorsch
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Letzte Änderung: 31 Jul 2013 20:17 von bayern schorsch.
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