THEMA: Los gehts...und schon wieder zurück aus Namibia
18 Feb 2011 15:04 #176006
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Kunene River Lodge

Ein Höhepunkt unsere Reise. Allerdings stand zuvor noch die Anfahrt von Ruacana über die D 3700 am Kunene entlang.

Nach ein paar kleineren Seitenflussdurchfahrten ein Stück Pad überspült. Beim Durchfahren ist bereits der Schlamm zu spüren, die Räder schmieren aber gerade noch mal so durch und erreichen wieder trockenen Untergrund.

Die Strasse ist plötzlich überflutet, vor uns liegt ein endloses Stück unter Wasser, kein Durchkommen mehr.
Wir wollen schon umdrehen, da kommt uns plötzlich ein Südafrikaner mit seinem 4 x 4 aus dem Gebüsch entgegen. "... zur Kunene River Lodge wollt ihr, machbar. Da komm ich her. Aber rough.." Unterwegs wurde uns noch klar, was es bedeutet, wenn ein Südafrikaner so urteilt.



Also Untersetzung rein und ins Gelände. Die 8 Umfahrungen der D 3700 bestanden zumeist aus enorm steilen Auf- und Abfahrten. Der Untergrund sind runde Steine, die unter dem Reifendruck oft wegrollten. Am aufregendsten waren aber die Einmündungen der Ausweichstrecken auf die Hauptstrecke durch ihre beängstigende Schräge.

Ich lies den Wagen mit größter Untersetzung im ersten Gang mit Standgas krabbeln. Unglaublich, was so ein Auto schafft, wie eine Katze.














Die Abzweigungen zu den Umleitungsstrecken waren nicht leicht auszumachen. Himbakinder stellten sich als Wegweiser auf die Pad. Die ersten T-Shirts sind fällig.








Stolz erreichen wir die Kunene River Lodge. Die Betreiber, Pete und Hillary schmeicheln uns, ".. mit der Kiste von Ruacana hierher, Respekt" :)

Die Lodge ist ein Traum. Wasser ohne Ende bedeutet natürlich Pflanzenvielfalt. Bananen, Zitronen, Gemüse und Kräuter aller Art. Dazu ein netter Pool und gute Küche auf der über dem Fluss schwebenden Terrasse.























Pete ist heuer sehr besorgt. Der Kunene führt momentan doppelt soviel Wasser wie üblich, der Level liegt bereits 150 cm über langjährigen Durchschnitt. Die Terrasse ist bald überschwemmt und Ende März befürchtet Pete Wasser im Restaurant.

Nachtrag: Die Befürchtungen sind leider eingetreten, Rezeption, Restaurant unter Wasser, der Steg wurde weggerissen. Sogar Petes ganzen Stolz, den Pool, hat es mitsamt den Fundamenten angehoben.

Am Abend gehts mit Petes Ausflugschiff stromaufwärts. Brummig drücken die Außenborder voran. Irgendwann schaltet Pete ab. Das Boot treibt in einer unglaublichen Ruhe auf dem Fluss in den Sonnenuntergang.



Letzte Änderung: 16 Dez 2016 10:51 von peter 08.
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18 Feb 2011 20:15 #176069
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  • peter 08 am 18 Feb 2011 15:04
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Also gut Volker, dann weiter zu den


Epupa-Falls

Nachdem auch unsere gut motorisierten Campnachbarn auf die weitere Fahrt auf der D 3700 längs des Kunenes nach Epupa verzichten, verlassen wir die D 3700 und ab Swartbooisdrift folgen wir der D 3701, einer meiner Lieblingsstrecken, vorbei an Zebra- und Ehombabergen.









Die C 43 bringt uns wieder nach Norden zu den Fällen. In Epupa hat nur das Community Camp geöffnet, mit einer tollen Bar auf einer Aussichtsplattform direkt am Beginn der Fälle, doch mehr als Chips und Erdnüsse werden nicht serviert. Am Platz leben freche Halbmondtauben und zahlreiche Kingfisher.

Der östliche Platz der Einheimischen ist überschwemmt. Das Omarunga Camp hat einen neuen Sanitärblock und es wurde sogar eine Swimmingpool gebaut.









Auf dem Spazierweg geht es am Abend zum Aussichtspunkt. Vor mir stolpert ein junger Mann über das Steingeröll. Er hat vom Campingplatz bis zum Aussichtspunkt ununterbrochen telefoniert. Als wir gemeinsam unser Ziel erreichen, begrüßt uns dann auch - wie bereits vermutet - freundlich mit Buon Giorno :)

Mit einer wahnsinnigen Wasserwucht strömen die Fälle in Kilometerbreite in die Tiefe. Der Durchsatz wird Anf. Februar auf 1,8 Mio. ltr Wasser pro Sekunde geschätzt.






Nachdem sich der starke Abendwind gelegt hat, steigt die Temperatur wieder auf 30 ° C. Am Abend treffen wir auf Inge und Gerhard aus Linz. Zum Glück ist die Weinauswahl besser als das Speisenangebot und es wird eine lange Nacht auf der Aussichtsplattform :)

Letzte Änderung: 03 Aug 2013 16:09 von peter 08.
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19 Feb 2011 10:52 #176140
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Opuwo

Von Epupa über die sehr gute C 43 nach Opuwo, ins Zentrum der Himbas.









Opuwo ein faszinierendes buntes Völkergemisch vom nackten Himba bis zum Herero im Maßanzug. Anlaufpunkt ist die Tankstelle, FNB-Geldautomat und der Supermarkt. Die Obst- und Gemüsetheke ist mit Ausnahme von Tomaten komplett.



Vor dem Markt die übliche Anmache, viele Himba-Frauen sind bereits zur Mittagszeit betrunken, da ist auch mit freundlicher Bestimmtheit nichts mehr zu machen. Ich werde schroff, das wirkt. Der Alkoholkunsum unter den weiblichen Himba hat leider erschreckend zugenommen, das war bereits in Ogongwati sichtbar. Männer sind in der Öffentlichkeit nicht beim Trinken zu sehen.








Wir freuen uns auf die Opuwo Country Lodge. Die Lodge hat einen schönen Campingplatz mit Grill, Strom, Wasser, Gras-Sitzplatz und Handyempfang. Schon bei Anmeldung werden Pool und Kaffee angeboten. Nach dem unfreiwilligen Fasten in Epupa melden wir uns zum Dinner an.



34 ° C, jetzt erst mal ins Wasser. Der Pool ist die Wucht. Eine Seite ist völlig offen und ein geschickt ausgeführter Überlauf gibt einen das Gefühl, man schwimmt in die Savanne. Dazu noch ein gigantischer Ausblick in die Tönesen- und Giraffenberge... :P










Es geht zum Dinner. Ein wunderbarer Abend, der frische Wind eines vorbei ziehenden Gewitters kühlt die Luft auf 25 °C. Just in dem Moment, als die Küchencrew mit Gesang das Dinner eröffnen möchte, erhebt sich ein schwedischer Reiseleiter und beginnt ausladend über die Himba zu dozieren.

Die Reisegruppe beobachtet während des Vortrages gespannt unsere Vorspeise. Andere Gäste verlassen die Terrasse und ziehen verärgert in den Speisesaal. Der Mann ist nicht zu bremsen, schweißgebadet mit Lesebrille auf der Nase, beendet er nach 30 Minuten seine Ausführungen. Die Reisegruppe atmet auf und applaudiert brav. Zu früh gefreut. Nun greift der Mann zur Speisekarte und erklärt ausführlichst jedes einzelne Gericht, Beilage und Zubereitung....

Wir haben inzwischen - unter neidischer Beobachtung - unser Steak verspeist, sind beim Dessert angekommen und die zweite Flasche Sauvignon Blanc angebrochen.


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19 Feb 2011 12:18 #176151
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Camp Aussicht

Von Opuwo soll es - angeregt durch viele FoMi Beiträge - ins Camp Aussicht zu Marius Steiner gehen.

Die Anfahrt zum Camp von Norden her ist holbrig. Schon kurz nach der Abzweigung von der C 43 hat der Otjtaimo Teile des Weges weggespült.




Doch Marius macht den Gästen bereits bei Anreise Mut. Es gibt noch eine wesentlich angenehmere Zufahrt von Süden her. Eine Beschilderung der Südzufahrt wurde Marius von den Landbesitzern untersagt.









Am Wohnhaus werden wir dann mit "Hallo, herzlich Willkommen" begrüsst. "Ich bin Albert" .. nanu, hieß der Typ nicht Marius?

Es stellt sich heraus, dass Albert mit seiner Frau Katharina aus Friesland gekommen sind und Marius für einen Monat unterstützen ".... mal alles so richtig auf Vordermann bringen.." wie Katharina sagt.

Das Camp macht seinen Namen alle Ehre. Wasser aus Behältern, kein Strom, keine Handynetz. Gleich mal auf den hübsch markierten Wanderweg zur Aussichtsplattform.













Es werden zwei wunderbare Tage bei Marius. Der Himmel bleibt bedeckt, die Temperatur steigt nicht über 25 °C, ideal zum Wandern. Das hügelige Land erinnert uns an unsere fränkische Heimat, viele Kalkfelder, wie im Jura. Am Abend die üblichen Gewitter. Marius strahlt, seine Wassertonnen sind bereits jetzt zum Beginn der Regenzeit randvoll. Eine Quelle oder Brunnen hat er ja nicht.

Beim Dinner eine bunt gemischte Truppe an der grossen Tafel. Katharina mit ihren Kochkünsten, Albert, der immer aufmerksam für Getränke sorgte, ein Berliner, der auf seiner Fahrt in den Norden kurz vor Opuwo wegen der schlechten Pad umgedreht hat...., eine nicht einzuordnete deutschsprechende Frau, die ihr Essen permanent mit einer Taschenlampe kontrollierte, ein Schwabe, der auf alleinige Minenbesuche mit Marius bestand, ein Weltenbummler, seit 3 Jahren unterwegs, der nicht verstand, warum Leute wegen läppischer 3-4 Wochen nach Namibia kommen und über allen schwebt Marius als ausgezeichneter Gastgeber.

Marius erlebe ich keinesfalls als kauzigen Eigenbrötler sondern als intelligenten Zeitgenossen mit sehr feinsinnigen Humor. Seine Einstellung zum Volk der Himba ist sehr viel realistischer als sie hier teilweise im Forum geäußert wird. "Ich spreche ihre Sprache, bin mehr als 20 Jahre mit ihnen zusammen und um so besser ich die Himba kenne, desto weniger verstehe ich sie", sagt er.

Als am zweiten Tag ein neuer Gast fragt, ob er noch beim Dinner teilnehmen kann, entgegnet ihm Marius, ".. klar, aber nur wenn Du deine Krawatte dabei hast"
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19 Feb 2011 15:37 #176182
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Puros

Die C 43 zurück bis Sesfontein. Hier wird mal wieder nach hause telefoniert. Sesfontein ist gewachsen. Es reiht sich Camp an Camp, die Service-Einrichtungen bleiben aber jeweils sehr überschaubar.

Dann die D 3707 nach Osten bis Puros. Zunächst leicht gebirgig, dann flach durch die Giribes Plain, einem riesigen Sandfeld. Trotz bedeckten Himmels ereichen die Temperaturen 35 °C. Etwa die Hälfte der Strecke ist leichtes Wellblech. Auf halben Weg in Toakas plötzlich über 100 Fahrzeuge und eine große Menschenansammlung - Viehmarkt.

Es geht mehrmals durch das trockene Gomatumtal, sicherheitshalber mit zugeschalteten Allrad. Giraffen, Esel, Straussen, Springböcke.

Scheinbar hat sich der Viehmarkt aufgelöst, wir werden immer wieder von Fahrzeugen überholt. Besonders auffällig fahren die Boys der Puros Lodge mit ihren offenen Gamedrive-Autos. Es wird abgekürzt was das Zeug hält. Beginnt Wellblech, fahren sie sofort neben der Hauptspur. Teilweise laufen 6 Pisten nebeneinander.






In Puros sind die Fahrspuren vom starken Wind verweht. Ich folge dem Navi, komme mit Mühe durch den Weichsand des Hoarusib-Bettes und erreiche auch die Lodge. Von dort soll es westlich des Hoarusib nach Norden zum Comunity Camp gehen, eine Spur ist aber nicht zu finden. Also wieder durch das Flussbett zurück auf die östliche Fluss-Seite.



Der Maintrack läuft momentan auf der östlichen Fluss-Seite nach Norden. Die Hoarusib Passage auf Höhe der Puros-Campsite, in den "T4Afrika" als [impassable] angegeben, ist momentan die beste Flussquerung. Auch die Leute der Puros Bush Lodge nahmen diese Spur und fuhren über den Campingplatz zu ihrer Lodge.

Der Platz ist eine Idylle. Riesige Kameldorn mit eingewachsenen Schlingpflanzen mit ligusterartigen Blättern. Zwei Rotschnabel-Frankolin leisten uns beim Abendessen Gesellschaft.









Am Abend sitzen wir völlig alleine am Hoarusib-Ufer und genießen die unglaubliche Stille


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Jan Joubert Koppie

Ein Aussichtspunkt nördlich von Puros am frühen Morgen














Blick in das Hoarusib-Tal nach Norden
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