THEMA: 2 schwerst begeisterte Namibia-Neulinge berichten
01 Feb 2011 12:55 #173220
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  • Crazy Zebra am 01 Feb 2011 12:55
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Hoi Steffi,

ein erfrischender Bericht der sich gut lesen lässt :)

Schöne Tour die ihr da abgefahren seit, gefällt!

Grusse Kurt
www.Kurt-und-Heidi.ch Reiseberichte - Bilder und noch mehr wir freuen uns über jeden Besuch
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01 Feb 2011 18:13 #173305
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  • sadfam am 01 Feb 2011 18:13
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Hallo Steffi,
ein sehr schöner Bericht!
Ihr seid die gleiche Tour gefahren wie wir, aber immer einen Tag hinter uns.
Im Desert Camp und in der Solitär Guestfarm waren wir auch.
Allerdings war die Springbockdame meine Freundin! Sie lief ständig hinter mir her und als ich ihr am Pool mein Buch wegnahm hat sie mir dafür die Füße "geküsst". :woohoo:
Die Farm und die Zimmer waren in Ordnung, aber die weiße Managerin/Besitzerin fand ich nicht sehr freundlich.
Dafür war die schwarze Angestellte eine ganz liebe die sich sehr um uns gekümmert hat.
Wir waren ja auch die einzigen Gäste.

VG
Hella
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01 Feb 2011 21:20 #173345
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  • Steelers am 01 Feb 2011 21:20
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Hallo Steffi,

vielen Dank für deinen tollen Bericht. Du hast einen wunderbar erfrischenden Schreibstil.
Wir sind Ende April ebenfalls in der Sossusvlei Lodge und ich glaube wir müssen unbeding auch ein Breakfast Basket bestellen. :laugh:

Grüße
Daniela
Reisebericht Namibia im April/Mai 2011
www.namibia-forum.ch...ach-dem-leopard.html

Reisebericht Namibia, Botswana & Zimbabwe im September/Oktober 2012
www.namibia-forum.ch...wana-a-zimbabwe.html

Reisebericht: Namibia die Dritte: Spitzkoppe, Waterberg & KTP - September/Oktober 2013
www.namibia-forum.ch...e-waterberg-ktp.html

Reisebericht: Tansania Northern Circuit & Sansibar 2015
www.namibia-forum.ch...sansibar.html#424977
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01 Feb 2011 21:48 #173349
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  • Steffi82 am 01 Feb 2011 21:48
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Hi,

@Beate: Also wir fanden es auf der Solitaire Guestfarm wirklich toll - wir bzw. insbesondere ich, sind aber auch ziemliche Tierliebhaber :). Für den Fall, dass einem "Bocki" die Springbockdame mit der Diven-Attitüde ;) boxt - was dann im Übrigen so aussieht ...



solltest du es nur nicht so machen wie ich und die Hörner der Kleinen packen. Dann fichst du nämlich die Rangordnung mit ihr aus - was mir später erklärt wurde (aber ich kann wenigstens behaupten, dass nach 5 Minuten Ringen mit dem Springbock, geklärt war dass ich nicht so leicht von meinem Mann weggeboxt werden kann :lol: ). Ein leichtes Tätscheln auf die Wange hilft dagegen Wunder, dann trollt sie sich meistens sofort.

@sadfarm: Ist ja lustig :) ! Über die Freundlichkeit konnten wir uns in Solitaire eigentlich überhaupt nicht beschweren. Die schwarzen Damen, die da Haus und Küche gemanaged haben, fanden wir aber auch einfach nur reizend. Während unser Abendessens sind sie immer wieder ums Eck gebogen und haben nachgesehen, ob wir schon platzen aufgrund des vielen Essens, was uns da präsentiert wurde ;).

So weiter geht's:

So, 9.1.2011 - Solitaire - Swakopmund

Zur Feier des Tages darf Christian heute einmal bis sieben Ausschlafen :) . Zum Frühstück schlürfend begrüßt uns gleich wieder der halbe Tierpark - nur Maxi ist gerade sehr ausgiebig damit beschäftigt, einen Kaktus anzuknabbern



Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg nach Swakopmund. Die Straße ist hier teilweise sehr lustig ausgefahren und hat lauter nette Kuppen, die das Autofahren mal wieder zu einem interessanten Erlebnis werden lässt.

Am Kuisib Pass angekommen erwartet uns eine tolle Landschaft und ich bringe Christian fast zum Verzweifeln, weil ich nach jeder Kurve "Stopp" schreie, um aus dem Auto zu sprinten und ein Foto zu machen.



Danach geht es durch die Namib nach Swakopmund. Auch hier ist die Straße ebenfalls interessant - vor allem da wir an manchen Stellen uns wirklich Fragen, wo hier Straße aufhört und Wüste anfängt. Auf der ganzen Strecke begegnen uns vielleicht 4 Autos und um uns ein bisschen von der (sehr beeindruckenden) Eintönigkeit rings um uns abzulenken, planen wir schon fleissig unseren nächsten Namibia-Urlaub :).

Gegen Mittag sind wir in Swakopmund angekommen und checken in das Fischreiher Guesthouse ein. Das Guesthouse liegt etwas abseits des Zentrums, ist aber sehr gepflegt, liegt ca. 100m von einem ebenfalls sehr gepflegten Strandabschnitt entfernt und besticht vor allem durch einen sehr schrulligen Inhaber, der uns viele Tipps für Swakopmund gibt. Allerdings sind wir tatsächlich nur eine Nacht in Swakopmund - da ich unter ziemlich übler Seekrankheit leide und schon grün anlaufe, wenn ich nur ein Boot sehe ;) , haben wir uns damals bei der Planung so entschieden. Jetzt bereuen wir es fast ein bisschen - aber: Schon wieder ein Grund nochmal zu kommen :lol: !

Am Nachmittag machen wir dann noch einen kleinen Ausflug zur Robbenkolonie am Cape Cross und werden erst einmal vom Gestank erschlagen. :blink: Gut, man hat darüber gelesen - aber in echt ist der Gestank wirklich, wirklich übelst *urghs*. Nichtsdestotrotz arbeiten wir uns tapfer durch den Mund atmend (damit geht's einigermassen) zum Steg vor unter dem bereits unglaublich viele Robben liegen - und vor allem unglaublich viele Robbenbabys.





Die Ausmaße der Kolonie am Strand entlang sind ziemlich überwältigend - die Geräuschkulisse und der anhaltende Gestank (die Hoffnung, dass wir uns daran gewöhnen, war leider nur eine Hoffnung) auch. Christian war unterdessen total fasziniert von den Babyrobben unter dem Steg - als er ihnen zu oinkt (ich hätte ja nie gedacht, dass mein Mann tatsächlich mal einer Robbe zuoinkt :lol: ) kommen tatsächlich drei Babys etwas unter dem Steg vor und gucken uns (wahrscheinlich weil Christian sie mit seinem *oink* total verstört hat ;) ) mit großen Augen an



Nachdem wir das Spektakel gut 30 Minuten beobachtet haben, wird uns aber der Gestank dann doch zuviel - und wir flüchten wieder ins Auto. Den Gestank haben wir die nächsten paar Stunden noch in der Nase *urghs*, spätestens aber beim Abendessen ist's dann glücklicherweise vergessen. In Swakopmund zurück plündern wir schnell noch den Super Spar und machen uns dann noch ein bisschen azur Stadtbesichtigung auf. Ziemlich früh fallen wir an diesem Tag ins Bett - am nächsten Tag soll auf uns mit 420km die längste Strecke unserer Tour auf uns warten - bis zur Palmwag Lodge im Damaraland. Vor der Strecke wurden wir nun schon mehrmals gewarnt also wird der Wecker wieder einmal auf viertel vor sechs gestellt ;).
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01 Feb 2011 22:32 #173357
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  • spoony am 01 Feb 2011 22:32
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jööö...die junge Robbe ist ja niedlich :)
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02 Feb 2011 18:29 #173559
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  • Steffi82 am 01 Feb 2011 21:48
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Montag, 10.1.2011 - Swakopmund - Palmwag

Scheinbar gewöhnen wir uns langsam an das frühe Aufstehen, denn heute macht uns das Geklingele des Weckers um kurz vor sechs gar nicht mal mehr sooo viel aus. Also aus den Federn gehüpft (bzw. vielleicht doch eher geschlürft ;) ), Katzenwäsche, Sachen gepackt und unseren bestellten Frühstückskorb einsammeln gehen ... einziges Problem ... im Frühstücksraum ist am verabredeten Ort und auch sonst nirgends unser Frühstückskorb zu sehen :huh: .... scheinbar hat der schrullige Eigentümer des Fischreiher Guesthouse vor lauter Quasseln mit uns gestern unseren Frühstückskorb vergessen zu notieren :lol: ...! Wir nehmen es mit Humor :) - wofür haben wir tags zuvor auch den Super Spar geplündert und tuckern los.

Vor der Fahrstrecke Swakopmund - Palmwag wurden wir vor und während unserer Reise mehrfach gewarnt. Sie sei recht lang und die Straßen in einem sehr schlechten Zustand. Die ersten Kilometer auf der 34, so wußten wir von unserer gestrigen Fahrt zum Cape Cross ist gute Pad, auf die Strecke danach sind wir schon einmal sehr gespannt. Wir hatten ja bisher noch keinen Platten und so drücken wir uns selbst die Daumen, dass wir auch heute ohne Platten durchkommen.

Auf die C35 abgebogen warten wir auf die Verschlechterung der Straße. Die Straße ist zwar nicht super toll, aber von schlecht ist sie eigentlich auch weit entfernt, finden wir. Aber vielleicht sind wir mittlerweile auch einfach schon abgehärtet ;) . Zur Herausforderung wird das Fahren nur durch den extremen Bodennebel, in den wir plötzlich reinfahren. Insofern haben wir die nächsten 20 Minuten Abenteuerfahren in der Namib bei Sichtverhältnissen von 30-50 Metern :blink: . Dann urplötzlich frisst sich der Nebel nach oben weg und wir haben strahlenden Sonnenschein. :huh: Wir bleiben sogar stehen um fasziniert dem Nebel hinterher zu gucken, wie er immer weniger wird. Sowas haben wir beide noch nicht gesehen.



Dann geht es auf immer noch akkzeptabler Pad in Richtung Twyfelfontein. Da wir gut in der Zeit sind, wollen wir die Felsgravuren dort unbedingt mitnehmen. Auf den Weg dorthin ändert die Landschaft unzähliche Male ihr Kleid - für Namibia - so sind wir langsam der Meinung, ist vielmals wirklich der Weg das Ziel. Das Rumgekurve im Land ist für uns wirklich ein Highlight der Reise.



Kurz vor elf sind wir dann in Twyfelfontein angekommen. Bevor wir uns die Felsgravuren anschauen, begeben wir uns aber noch auf die Suche nach den Orgelpfeifen und den Verbrannten Berg. Den Verbrannten Berg haben wir schnell gefunden, finden ihn aber eher hügelig als bergig :) . Die Orgelpfeifen suchen wir (und mit uns ein anderes Touri-Paar) aber vergeblich. Scheinbar sind wir zu doof Wegweiser und Reiseführer zu lesen oder zu blind für die Landschaft :blink: - wir finden die Dinger einfach nicht ;) . Irgendwann geben wir es dann auch auf und fahren zu den Felsgravuren.

In der größten Mittagshitze machen wir eine kleine Wanderung zu den Felsgravuren :) . Da man das Gelände wohl nur noch mit einem Guide der NWR betreten darf, haben wir eine junge Führerin zur Seite gestellt bekommen, die uns eigentlich recht positiv überrascht mit ihrer Freundlichkeit und mit dem was sie über die Gegend weiß und uns erzählt. Bisher waren die NWR-Stellen immer die gewesen, wo wir eher immer unpersönlich "abgefertigt" wurden, aber die Dame zeigt, dass es auch anders geht. Trotz Mittagshitze finden wir den Rundgang so sehr kurzweilig und interessant :) .





Gegen 13 Uhr begeben wir uns auf unsere letzten 70 Kilometer nach Palmwag - und endlich haben wir die schlechte Pad gefunden, vor der uns alle gewarnt haben :lol: . Die ist dafür aber dann richtig übel beieinander. Nach einer Kuppe stehen wir dann auf einmal mitten in einer Ziegenherde :blink: . Da sämtliche Ziegen sind der Ansicht sind, dass sie hier Vorfahrt haben, stehen wir hier 10 Minuten und werden vor und hinter dem Auto von meckernden Ziegen gekreuzt. :)



Danach holpern wir weiter auf schlechter Pad. Um halb drei haben wir den Veterinärszaun (?) erreicht und suchen das Örtchen Palmwag - müssen dann aber recht schnell feststellen, dass Palmwag wohl nur aus einer Tankstelle besteht, die irgendwie geschlossen aussieht :lol: . Dann suchen wir die Lodge. Nach einigen hundert Metern steht ein Schild mit Palmwag. Christian ist aber der Meinung, dass das nur der Zeltplatz sein kann, weil kein Zeichen für Essen auf dem Schild zu sehen ist (völlig logisch,.... ;) ). Hhmmm ... 15 Kilometer und mindestens genausoviele Straßenkuppen später die Einsicht, dass das Schild vielleicht doch den Weg Richtung Lodge hätte weisen können :lol: ... Also umgedreht, zurück über die lustigen Kuppen und die Palmwag Lodge endlich gefunden.

An der Rezeption werden wir mit einem "Ah, ihr seid die zwei die morgen da sind!" empfangen. :blink: Öhm ja, sind wir! Scheinbar sind wir morgen die einzigen Gäste der Lodge, da die Lodge eigentlich morgen zu hat, weil die Belegschaft irgendeine Jahresfeier hat. Dadurch, dass wir recht früh gebucht hatten, waren wir aber schon "gesetzt", also sind wir die, "die da sind". :) Wir bekommen unser Zimmer zugewiesen und beschließen voller Tatendrang gleich um 16 Uhr noch einen geführten Nature Drive dranzuhängen. Das Zimmer ist in Ordnung - so ein wenig scheint hier schon der Zahn der Zeit daran genagt zu haben - aber es ist sauber, ordentlich und passt.

Punkt 16 Uhr stehen wir also wieder vor der Rezeption. Mit von der Partie sind neben unserem Guide Salomon (ein ganz Netter und Lustiger) nur noch eine junge Frau in unserem Alter und ihre Mutter, die zusammen ebenfalls eine Rundreise machen. Wir verstehen uns gleich super und löchern Salomon mit allerlei Fragen. Gemeinsam tuckern wir dann los, in freudiger Erwartung was uns da erwarten wird. Salomon weißt gleich am Anfang darauf hin, dass wir uns nicht gar so viel Hoffnung wegen guter Tiersichtungen machen sollten, da es rund um Palmwag in den letzten Wochen sehr viel weniger geregnet habe, wie in den umliegenden Gebieten und die Tiere deshalb dorthin "aus"wandern würden. Nun gut ... keine 15 Minuten später stehen wir vor denen hier: :lol:





Tatsächlich hat Salomon in einem Flußbett 3 Elefanten samt Babyelefanten gefunden. Wir sind begeistert und finden es sehr lustig, dass wir Elefanten sehen, noch bevor wir unser erstes Zebra oder unsere erste Giraffe sehen. :lol:

Ein paar Kudus Springböcke und Oryxe und viel grandiose Landschaft später...



... hält Salomon plötzliche an, stellt den Motor aus und zeigt auf einen Baum etwa 25 Meter von uns entfernt. Und Tatsache, darunter liegt eine Löwin:





Obwohl Salomon sicher ist, dass sie nicht alleine ist, sehen wir keine weiteren Löwen - aber hey, wir haben einen Löwen gesehen :lol: ... noch vor unserem ersten Zebra und unserer ersten Giraffe ;) . Giraffen laufen uns aber dann tatsächlich noch in der Ferne über den Weg ;) . Noch ein paar Kudus später, als wir uns gerade ein schönes Plätzchen für den Sundowner suchen quietschen wir drei Frauen im Wagen simultan los. Ich weiß, sollte man in der Wildnis nicht machen, aber wir haben auch nur ganz leise gequietscht ;)und außerdem :lol: .... gut 100 Meter entfernt von uns liefen gerade *unsere* 4 Elefanten im Gänsemarsch an uns vorbei. Das Ganze erinnert uns so ein bisschen an das Dschungelbuch und es ist wirklich beeindruckend zuzusehen wie diese Tiere scheinbar geräuschlos mit einer Geschwindigkeit, die man ihnen irgendwie gar nicht zutraut, durch die Landschaft "walzen".







Nur ein Zebra, das sehen wir an diesem Tag natürlich nicht mehr .... :lol:

Überaus gut gestimmt von unserem erfolgreichen Nature Drive genießen wir unseren Sundowner. Danach tuckern wir wieder zur Lodge zurück, wo wir leicht verspätet um kurz nach halb neun ankommen. Zum Abendessen verabreden wir uns dann mit den anderen zweien und sogar Salomon können wir dazu "nötigen", dass er sich zu uns gesellt :) . Das Essen wird dadurch zu einer sehr lustigen Angelegenheit (das Essen an sich war aber auch sehr gut, wie wir fanden) und erst um elf Uhr fallen wir hundemüde ins Bett.
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