THEMA: Nein, wir sind nicht in den Flitterwochen!
26 Jan 2011 11:59 #171900
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  • Steffi82 am 26 Jan 2011 11:59
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Hallo ihr zwei,

die Fülle an grün in Etosha hat uns auch ziemlich umgehauen - das fanden wir ähnlich toll wie ihr.

Und falls es euch tröstet: Wir haben um Halali herum an einem Tag abgesehen von Horden an Springböcken (die dann aber mit ihrem Kindergarten auch schon wieder unglaublich putzig waren) auch so gut wie nichts gesehen, abgesehen von toller Landschaft satt :).

Bin ja mal gespannt, wie es bei euch weitergeht - eigentlich müssten wir fast irgendwann mal aneinander vorbeigefahren sein - wir haben ja die Tour andersrum begonnen und scheinen dann mit euch im gleichen Flieger nach München zurückgeflogen zu sein :laugh:.

Viele Grüße
Steffi
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26 Jan 2011 21:19 #172081
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  • BerniOx am 26 Jan 2011 21:19
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Hallo Ihr,

zum Thema "grün" kann ich nur Steffi recht geben. Sooo grün kanne ich Namibia gar nicht. Ich war beide male im Sep./okt. dort. Da war es eben staubtrocken und alles dürr. Besonders das Bild vom Wasserloch Halali gefällt mir. Ich erkenne es zwar wieder, sieht aber so grün doch ganz anderst aus als ich es kenne.
Und wenig Tiere ?? Na-ja ich beneide Euch jedenfalls um den Leoparden den Ihr gesehen habt. Der fehlt mir noch in der Sammlung der Big 5.

Gruss
Bernd
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26 Jan 2011 23:16 #172105
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  • dirkmandy am 26 Jan 2011 23:16
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Montag, 03.01.2011: Halali → Okaukuejo, ohne Zwischenstopp natürlich! :)

Heute Nacht hatten wir beide ein Erlebnis der besonderen Art.
Es geht um Spinnen – allerdings anders als Ihr jetzt vielleicht vermutet ;)

Dirk hasst nicht nur Käfer, nein, auch Spinnen! Sobald er im Zimmer eine sieht, muss ich sie auf dem schnellsten Weg entfernen. Ich finde Spinnen jetzt auch nicht besonders toll, stelle mich aber meiner Aufgabe. Er hat sogar auch diese elektrische Fliegenklatsche mitgenommen, die auch Spinnen unter Strom setzt – ein super Teil!! (Es wurde kürzlich im Forum berichtet) Jedenfalls hat sich das ständige Ausschau halten nach Spinnen tief in meinem Unterbewusstsein verankert.

Wir beide dösen bereits, als ich außen am Moskitonetz eine Spinne krabbeln sehe. Ich rufe natürlich gleich: „Iiiieeh eine Spinne!“ Auch wenn Dirk sonst jedes Erdbeben verschläft, hört er mich sofort und ist mit einem Satz aus dem Bett. „Licht an!“ Sage ich, Dirk sucht den Lichtschalter vermutlich verzweifelt.
Von der Spinne ist nichts zu sehen.
Nichts da.
Dirk stellt fest, dass es ja auch noch dunkel war, als ich die Spinne gesehen haben will.
Ok, sie war niemals da.
Ich habe einfach mal wieder geschlafwandelt!! :)


(So hätte sie aussehen können...)

Am nächsten Morgen muss ich Dirk auch erst fragen, ob das nachts wirklich passiert ist. In meiner Erinnerung wirkt alles wie ein Traum. Leider habe ich Dirk tatsächlich um seinen Schönheitsschlaf gebracht. Denn wo ich friedlich geschlummert habe, hat er noch lang wach gelegen und nach meiner Phantomspinne gesucht :). (Ergänzung von Dirk: Stimmt gar nicht, bin schnell wieder eingeschlafen und hab von niedlichen, liebenswerten Spinnen geträumt...)

Wir raffen uns auf und wollen gerade duschen, als der Strom ausfällt. „Bsss – ganse Strase dungel!“ Zähne putzen nur mit Taschenlampe funktioniert ja noch ganz gut. Beim Duschen erinnert mich das eher an den Film „Psycho“. Also verzichten wir aufs duschen und gehen gleich zum Frühstück.

Keine 500 Meter nach dem Tor winkt uns schon ein anderer Autofahrer. Riecht er uns, weil wir nicht geduscht haben? ...nein, kann nicht sein, wir haben doch ausnahmsweise Deo benutzt. Wir halten natürlich gespannt an: mal sehen was es heute für einen Tipp gibt. Und tatsächlich, er informiert uns, dass hier ganz in der Nähe Leoparden in den Bäumen liegen. Er erklärt uns noch den Weg, Dirk fragt mehrfach nach, damit wir uns nicht verfahren – allzu weit kann es nicht sein. In 5 Minuten müssten wir sie schon sehen! Juhuu! Wird es heute etwa ein erfolgreicher Tag?!

Wir halten uns genau an die Beschreibung und suchen jeden Winkel ab. Leider finden wir keine Leoparden. Nach weiteren 10 Minuten geben wir die Suche auf. Die Beschreibung war nix. Wir entscheiden uns, einfach wie gewohnt jede Seitenstraße abzufahren.



Als wir wieder einen Umweg abfahren, sehe ich plötzlich einen Riss im Baum hängen. Wir stoppen sofort. Das kann nur ein Leopard gewesen sein. Wir suchen die Umgebung ab. Dirk fährt immer wieder vor und zurück. Und dann entdeckt er ihn!! Der Leopard liegt gut getarnt im Baum. Kurze Zeit später entdecken wir dann auch den Zweiten, der keine 5 Meter von uns entfernt im Gras liegt.
Später gesellt sich auch noch ein Schakal dazu. Dieser versucht tatsächlich, die beiden Leoparden durch sein Gebelle zu vertreiben, um auch noch etwas vom Leckerbissen abzubekommen :) Der Versuch scheitert kläglich – obwohl sich die Leoparden erstmal verziehen.



Weiter geht’s. Der Tag hat vielversprechend begonnen und so sind wir motiviert, dass heute wieder einiges zu sehen ist. Ganz unerwartet und plötzlich passiert es dann. Ein Nashorn rennt über die Straße!!! Man kann gar nicht schnell genug reagieren, da rennt auch schon das zweite hinterher!! Was für ein Glück. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Die anderen Autos, die uns in den letzten 10 Minuten entgegengekommen sind, hatten da nicht soviel Glück. Als wir in die Gesichter der Fahrer geschaut haben, wussten wir, die haben heute so einen Tag wie wir gestern. Aber wir nicht!
Fotos gibt es natürlich keine von den Nashörnern. Ihr müsst uns diese Begegnung ganz einfach glauben :).

Foto.

Nach einer Toilettenpause

bemerkt Dirk ein entgegenkommendes Auto, dessen Fahrer uns seltsam mustert. Das war so ein total cooler LandCruiser (sagt er). Den hätte er bestimmt auch gern gehabt. Kurze Zeit später überholt uns dieses Auto wieder und setzt sich vor uns. Ich ahne schon, wen wir jetzt getroffen haben. Und tatsächlich, es ist mein Studienfreund Christoph, den ich seit drei Jahren nicht mehr gesehen habe :). Wir wissen zwar vom jeweiligen Namibia-Urlaub und haben uns sogar für morgen verabredet. Dass wir uns heute aber so überraschend begegnen, ist dann schon sehr lustig. Namibia ist ein Dorf!!!

Wir quatschen kurz und verabreden uns für 18 Uhr in Okaukuejo. Jeder fährt seines Weges. Christoph will Richtung Namutoni, da dort um diese Jahreszeit die meisten Tiere zu sehen sind. (Im Nachhinein können wir das nur bestätigen.)

Auf dem Weg sehen wir noch einige Impalas, Oryx, Gnus und Zebras...



Der Hunger treibt uns dann zum Camp – oder wie es richtig heißt: zum „Resort“. Wir entscheiden uns, einfach schnell am Kiosk ein Sandwich zu kaufen. Vor uns stehen auch nur zwei Frauen. Es dürfte also schnell gehen! Tja falsch gedacht. Die Bedienung schnitzt die Pommes für die Beilage nämlich frisch aus Kartoffeln!! Es dauert also eine gute halbe Stunde, bevor wir unsere Sandwichs erhalten. Naja, wenigstens sind sie frisch :laugh:.

Wir drehen uns um und wollen gerade einen Platz suchen ...wer steht da hinter uns: natürlich Christoph. Keine Frage, dass wir uns gemütlich zusammensetzen und unser Mittag zu sechst genießen (Christoph ist mit Frau, Kind und Schwester unterwegs). Er gibt uns noch einige Tipps und warnt uns auch vor den einschlägigen Touristennepps. So auch vor Makalani-Nüssen – na, das war wohl zu spät (für Dirk) :P.

Nach dem Essen checken wir schnell ein. Diesmal haben wir ein einfaches Doppelzimmer. Es ist schön, sauber und völlig ausreichend. (wir haben bereits Anfang August gebucht und es war nichts anderes mehr zu bekommen) Man merkt auch schnell, dass Halali und Okaukuejo zusammen gehören. Die benutzen nämlich dasselbe Desinfektionsmittel :).



Wir halten uns aber nicht lange auf. Denn draußen wartet Christoph. Wir haben uns entschieden, am Nachmittag gemeinsam durch den Park zu fahren. Erklärtes Ziel: Findet den Elefanten! Der ist nämlich das einzige Tierchen, das wir noch nicht gesehen haben. Die Mission kann beginnen. Wir fahren Richtung Norden (Märchenwald etc.). Die Landschaft ist wunderschön und wir sehen auch einiges an Tieren. Viele Zebras, sogar ein fast schwarzes, Gnus, Strauße und sogar wieder eine Giraffe. Nur einen Elefanten finden wir nicht :(.



Wir müssen ein wenig auf die Zeit achten. Denn wo wir heute Nacht im Park bleiben, müssen die anderen noch nach Outjo düsen. Gegen 16:00 Uhr entschließen wir uns wieder Richtung Camp zu fahren – und stellen fest, dass man auch im Etosha schneller als 60 km/h fahren kann. Christoph „treibt“ uns ein weing. Wir verabschieden uns und halten unser Treffen für morgen 10:00 Uhr in der Sophienhof Lodge fest. Da unsere Mission „Elefant“ noch nicht erfolgreich war, entschließen wir uns noch mal in die Richtung zu fahren, wo wir heute Mittag die Nashörner gesehen haben. Es geht also Richtung Olifantsbad. Wir stellen schnell fest, hier hat es kräftig geregnet. Wir durchqueren mehrere große Pfützen bis wir schließlich vor einem „See“ stehen. Es ist einfach kein Ende zu sehen. Wir überlegen lange ob wir durchfahren sollen. Am Ende siegt wieder meine Angst. Wir drehen und fahren zum nächsten Wasserloch. „Lass uns hier doch einfach mal warten, was passiert“ sage ich zu Dirk. Vielleicht haben wir ja Glück. Zur Unterhaltung schalten wir das Hörbuch „Hummeldumm“ an. Es ist sehr lustig, erkennt man doch viele Situationen wieder. :laugh:



Wenig später fährt ein VW-Bus ans Wasserloch. Wir denken uns noch: Die kennen wir aber! Das Fenster elektrisch runterkurbeln und wer grinst uns an? Das Vierergespann aus Weinheim, die wir zum ersten Mal in der Frans Indongo Lodge und zum zweiten Mal in Halali gesehen haben. Wir tauschen die neusten Sichtungen aus. Wir sind neidisch, die vier haben schon alles gesehen – auch unseren Elefanten!! Als nach 20 Minuten immer noch nichts passiert, fahren die Vier weiter. Sie versuchen auch noch mal einen Elefanten zu sehen. Wir zögern nur kurz. Die haben so viel Glück, da fahren wir hinterher. Eine Verfolgungsjagd beginnt! :) Wir brauchen nicht lange, um die vier einzuholen. Denn sie fahren nur in Schrittgeschwindigkeit durch den Park – vermutlich haben sie deshalb auch die Elefanten entdeckt. Im Gegensatz zu uns – bisher.

Nach einer Weile und ein paar Impalas später (mit niedlichen Jungtieren) finden wir frischen Elefantendung und sehr eindeutige Bissspuren. Nur vom Verursacher keine Spur. Nachdem unsere Verfolgungsjagd schon 45 Minuten dauert und nichts zu sehen ist, entschließen wir uns, die Mission für heute abzubrechen. Es ist zwar unser letzter Tag im Etosha, wir hoffen aber auf morgen früh. Typisch Touri denken wir: Wir können Afrika nicht verlassen, ohne einen Elefanten zu sehen!!!! :laugh:

Wir sitzen noch nicht lange beim Abendessen. Da wird der Tisch neben uns neu besetzt. Von wem? Na klar, die vier Weinheimer. Als wir erfahren, dass sie auch keinen Elefanten mehr gesehen haben, sind wir dann aber doch beruhigt. Schrittgeschwindigkeit ist also keine Garantie für Tiersichtungen :). Der Abend plätschert so dahin. Das Essen hier ist auch sehr gut, aber viel hektischer als in Halali.

Auch heute Abend steht wieder ein Besuch am Wasserloch an. Es endet aber genauso erfolglos wie am Tag zuvor. Und Dirk ist wieder „müde“. ← Na klar... (siehe Vortag)
Gehen wir lieber schlafen und träumen von der Mission Elefant. „Gute Nacht Agent D.“ „Gute Nacht Agent M.“

Tageskilometer: 320.
Letzte Änderung: 31 Jul 2013 21:23 von dirkmandy.
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26 Jan 2011 23:38 #172107
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  • SASOWEWI am 26 Jan 2011 23:38
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„Bsss – ganse Strase dungel!“

Wir haben den gleichen Humor, ich hab auch Fernseeer rebarieeert, ey.

Klasse das ihr auch die Erfahrung gemacht habt das Afrika an sich nur ein Dorf ist....
wir hatten die gleiche Erfahrung, nur wussten wir es vorher nicht das wir jemanden treffen den wir kennen.

Und übrigens: Nur eine tote Spinne ist eine gute Spinne.

In diesem Sinne bis die Tage....

Saso...
Letzte Änderung: 26 Jan 2011 23:41 von SASOWEWI.
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27 Jan 2011 11:04 #172145
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  • dirkmandy am 26 Jan 2011 23:16
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Hallo Zusammen

@ Steffi: Durchaus möglich, dass wir uns begegnet sind. Das würde auch zu meiner Theorie passen: Namibia ist ein Dorf! :)
Ich werde heute Abend deinen Reisebericht prüfen. Vielleicht finde ich die Parallele. Ich tippe auf Swakopmund :laugh:
Wenn ihr auch mit AB geflogen seid, waren wir vielleicht wirklich im selben Flieger. Ein paar Gesichter habe ich mir sogar gemerkt :)

@ Bernd: Du bist echt gut. Du wusstest, dass wir Leoparden gesehen haben, bevor wir es geschrieben haben. Du solltest deine Fähigkeiten mal fürs Lotto spielen einsetzen. :woohoo: (Nein im Ernst: Woher wusstest du das?)

@ SASOWEWI: Ich freue mich auch immer, wenn ich Leute treffe, die meinen Humor teilen. :laugh:

Dann bis heute Abend, da folgt der nächste Bericht!
Beste Grüße
Mandy
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27 Jan 2011 19:28 #172284
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  • BerniOx am 26 Jan 2011 21:19
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Hallo Mandy,

die Antwort zu Deiner Frage :

"@ Bernd: Du bist echt gut. Du wusstest, dass wir Leoparden gesehen haben, bevor wir es geschrieben haben. Du solltest deine Fähigkeiten mal fürs Lotto spielen einsetzen. (Nein im Ernst: Woher wusstest du das?)"
(wie zitiert man eigendlich eine Satz aus einem früheren Beitrag?)

ist ganz einfach.

Bei meiner vorletzten Namibia-Reise hatte ich einen Schamanen kennengelernt. Der zeigte mir wie man Hühnerknochen werfen muss um in die Zukunft zu blicken. Als ich Gestern meine Essensreste wegwarf, hatte ich die Vision wie 2 deutsche Touris die nicht in den Flitterwochen sind einen Leoparden im Etosha sahen. :laugh:

Im Ernst : Ich habe Gestern Abend noch Euere Bilder angesehen. Nicht die, die Ihr im Bericht eingefügt hattet, sondern im Album. Und da hattet Ihr schon die Bilder vom Leoparden drin. ;)

So, aber Ihr habt gut vorgelegt. Jetzt muss ich mal schauen ob ich es schaffe meine Episode vom Etosha hochzuladen. Ich hab nicht so viel Grün, aber ich kann Euch mit ein paar Tierchen neidisch machen. :)

Gruss Bernd
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