THEMA: 50 Tage NamBots - Sept. - Okt. 2009
04 Nov 2009 11:49 #119643
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  • eggitom am 04 Nov 2009 11:49
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Danke für die Aufsteller - mache ich mal noch etwas weiter...

Donnerstag, 3. September 2009 Bagatelle Camping – Mata Mata (Kgalagadi Transfrontier Park)
Als am Morgen die Dämmerung einsetzt, wird es eisig kalt. Sobald die Sonne aufgeht, weicht die Kälte etwas – genug, um aufzustehen und zu packen. Um 08:00h sind wir beim Manager um abzurechnen und erfahren, dass nur für zwei Personen reserviert und bezahlt wurde. Nun denn, zahlen hilft… Rand kann er uns nur 600 geben; den Rest müssen wir in Mariental besorgen. Ausserdem erhalten wir ein Fax, welches bescheinigt, dass Bwana für heute Polentswa und für morgen Twee Rivieren reserviert hat(!?!).

Die Fahrt nach Mariental geht recht zügig voran, ist doch ab der C20 die Strasse geteert und erlaubt 120 km/h. Im Spar kaufen wir ein, laden unser Handy nach – mit Hilfe von Angestellten, obwohl es doch eigentlich gleich geht, wie bei uns – und rufen Carsten an. Er will sich um die Geschichte in Bagatelle kümmern und fragt, ob das Fax angekommen sei. Auf meine Frage, ob Polentswa nicht zu weit sei, meint er, nein, und da er bestätigt, dass auch Mata Mata und Nossob wie ursprünglich vorgesehen reserviert seien, sind wir beruhigt, haben wir doch damit die Wahl.

Die Fahrt über Stampriet und Gochas ist eher langweilig. Die Landschaft ist nicht uninteressant aber mit der Zeit kennt man sie. Die Strasse geht mehr oder weniger geradeaus; steuern ist nur ab und zu notwendig. Die Farmen bringen etwas Abwechslung; einige gut im Schuss, einige ziemlich verlottert, eine mit einem ziemlich komfortablen Herrenhaus und ca. 100m daneben Wellblechhütten für die Angestellten – eine schlechte Visitenkarte für den Farmer. Zwischendurch lassen wir Fabian mal eine knappe Stunde fahren; problemlos, weil praktisch kein Gegenverkehr.

Kurz nach 14:00h (Südafrika: 15:00h) fahren wir bei Mata Mata über die Grenze, bringen die umständlichen Zollformalitäten hinter uns, erfreuen den Grenzwächter mit einer aktuellen Tageszeitung (Tipp Carsten Möhle) und fahren direkt dahinter ins Camp. Dort eröffnet uns die nette junge Dame am Empfang, dass unsere Reservationen für Mata Mata und Nossob storniert sind, weil erst am 6. August und damit zu spät bezahlt! Merkwürdige Geschichte! Polentswa ist laut Iwanowski mit weiteren drei Stunden Fahrzeit zu weit, um vor dem Einnachten hinzufahren, mal ganz abgesehen davon, dass wir von der ungewohnten Schotterstrasse doch etwas müde sind und ich Kopfschmerzen habe. Auf unsere freundliche Nachfrage findet sich doch noch ein Platz, den wir allerdings bezahlen. Die Bestätigung der Stornierung liefert die zuvorkommende junge Angestellte unaufgefordert mit. Ich hoffe doch, Carsten kann uns das plausibel erklären!

Der Campingplatz ist ziemlich voll; trotzdem finden wir noch eine Site mit Stromanschluss, so dass wir den Kühlschrank die ganze Nacht anhängen können. Gottseidank hängt daran ein südafrikanischer Adapter – daran hatten wir nicht gedacht, ebenso wenig an einen für Botswana!

Wir richten uns ein, machen uns ein kleines, verspätetes Mittagessen und beginnen dann mit den Vorbereitungen für’s Nachtessen. Währenddessen hängen wir den Kühlschrank wieder um und die im Zubehör gefundene, elektrische Campinglampe (mit Schweizer Stecker!) an die Steckdose. Anschliessend abwaschen, Tagebuch schreiben und dann – man gewöhnt sich dran – ins Bett, weil wir morgen früh auf Pirsch wollen.

Freitag, 4. September 2009 / Mata Mata – Twee Rivieren (Kgalagadi Transfrontier Park)
Es ist ausnahmsweise nicht erst am Morgen, sondern die ganze Nacht durch eisig kalt. Ich werde mir zum Sonnenhut hinzu eine Mütze kaufen müssen, damit mein spärlich bewachsenes Haupt auch in der Nacht gut geschützt ist!

Obwohl schon ab 06:00h ringsum Aufbruchstimmung herrscht, zieht es uns noch nicht aus dem doch einigermassen warmen Schlafsack. Schliesslich wagen wir uns dann doch raus, packen uns dick ein und unsere Siebensachen zusammen und fahren ohne Frühstück, nicht aber ohne zu tanken, los. Unser Ziel ist Twee Rivieren, der südliche Ausgang aus dem Kgalagadi Transfrontier Park.

Mit für uns ungewohnten 50km/h fahren wir durch den Park und halten Ausschau nach allem, was sich bewegt oder auch nicht. Was wie ein Tier aussieht, und sich nicht bewegt, ist bei näherem Hinsehen meistens ein abgestorbener Ast. Was sich bewegt, ist auch nicht immer zwingend ein Tier…

Nun ja, im Laufe des Tages sehen wir so einiges: Springböcke in rauhen Mengen, Gnus, Oryxe, eine tote und eine lebende Giraffe(!), ein Hyänenpaar mit Jungen, Erdhörnchen und -männchen, Strausse, Sekretäre, diverse andere Vögel – nur Löwen sieht Ruth trotz angestrengten Suchens keine. Zwischendurch machen wir an einem Rastplatz Halt für ein verspätetes Frühstück.

Eigentlich hatten wir im Sinn, über die südliche Dünenstrasse vom Auob-Tal ins Nossob-Tal zu wechseln und dort bis Twee Rivieren runterzufahren. Leider haben wir dem Vermerk in der Toilette des Mata Mata-Campings zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt: genau der Teil zwischen der südlichen Dünenstrasse und Twee Rivieren ist wegen Unterhaltsarbeiten gesperrt. Das sehen wir aber erst, nachdem wir die Dünenstrasse hinter uns haben – mit ein paar hoffentlich guten Bildern von Orixen.

Da wir noch etwas Zeit haben, fahren wir das Nossob-Tal hoch bis zu einem weiteren Rastplatz, wo wir noch einmal eine kurze Pause einlegen – und ich endlich die kurzen Hosen anziehe. Eine andere Gruppe, die wir dort treffen, erzählt, dass sie am Morgen einen Leoparden gesehen haben; ich wünsche ihnen, dass sie nicht geflunkert haben.

Dann geht’s den gleichen Weg wieder zurück bis zur Abzweigung und die letzten rund 30 km südwärts nach Twee Rivieren, wo wir um ca. 14:00h eintreffen. Das Camp hat alles doppelt: einmal Südafrika, einmal Botswana; in der Mitte die gemeinsame Reception, daneben das Gate nach Südafrika. Direkt dahinter beginnt die nagelneue, geteerte Strasse nach Upington – eben erst fertig geworden, wie wir einen Tag später von Anna Rasa erfahren werden. Die Dame dort sagt, wir sollen uns einen freien Platz im Camping aussuchen. Den finden wir – auch diesmal mit Strom. Wir richten uns provisorisch ein, nehmen ein kleines Mittagessen zu uns und während Ruth und Fabian einkaufen gehen, fotografiere ich ein paar Vögel, ein Erdhörnchen und eine Eidechse.

Wir beschliessen, ganz unsüdafrikanisch auf’s Braai und vor allem die Vorbereitung darauf zu verzichten, stattdessen noch eine kleine Tour in den Park zu machen und am Abend ins Restaurant essen zu gehen. Aus diesem Grund haben wir vorher auch nur notdürftig ausgeräumt und die Zelte gepackt gelassen. Tisch, Stühle und zwei Materialkisten sollen den Platz sichern, während wir noch eine kleine Pirschfahrt unternehmen, welche letztendlich ziemlich ergebungslos endet, wenn man mal davon absieht, dass Ruth und ich etwas unterschiedliche Vorstellungen davon haben, wie man diese Strassen und vor allem Dünenkämme befährt. Ich bin eher ein Linker, Ruth tendiert zur Mitte…

Kurz nach 18:00h sind wir zurück: Einrichten, Duschen, Nachtessen. Das Essen ist so, so, la, la, die Bedienung freundlich, der Wein zu warm; zudem wird er einfach auf den Tisch gestellt. „Henusode“ würde mein Vater sagen: schliesslich sind wir nicht bei Chrüter-Oski!

Die Nacht lässt sich nicht allzu kalt an, aber im Nachbarzelt weint in regelmässigen Abständen ein kleiner Junge, der offenbar Ohrenschmerzen hat und auf der Botswana-Seite feiern sie dem Radau nach mindestens ihren Nationalfeiertag.
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Letzte Änderung: 04 Feb 2011 13:07 von eggitom. Begründung: kleine Textkorrekturen
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04 Nov 2009 12:29 #119648
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Einfach schön zu lesen.

Gruss
Emanuel
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04 Nov 2009 13:20 #119656
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Hallo Emanuel

bei den Popa Fällen haben wir uns verpasst, nicht zuletzt, weil wir des Wetters wegen in die Ngepi-Lodge (Baumhaus!) ausgewichen sind. Aber im Verlauf des Tagebuches wirst du ja noch feststellen können, wie nah wir uns gekommen sind.

Und wie war's bei euch?

Gruss Thomas
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04 Nov 2009 14:07 #119666
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Hahaha mußte gerade über Werner mit seinem Frack lachen. Wir haben bei unserem letzten Besuch in Windhoek auch im Sperlingsnest geschlafen und ich wäre fast umgekippt vor lachen als ich Werner beim Frühstück mit Frack und blitzweißen Turnschuhen ungefähr in Größe 46+ gesehen habe :silly:
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05 Nov 2009 12:45 #119763
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Hallo Thomas
Sperlingsnest und Ngepi waren wir auch.
Unser Tagebuch findest Du hier.
Tagebuch09

Gruss
Emanuel
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05 Nov 2009 13:32 #119770
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Hallo Emanuel

da haben wir uns offenbar mehrfach ganz knapp verpasst oder sind uns evtl. sogar begegnet. Am 4. Oktober hatten wir fast das gleiche Programm (Heli und anschliessend Vic Falls), nur dass wir in Vic Falls im Amadeus Gardens übernachtet haben. Braucht noch einen Moment, bis ich mit dem Tagebuch so weit bin.

Gruss Thomas
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