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ZDF Neo: Okawango - Tierparadies in der Kalahariwüste
Donnerstag, 2. September 2010, 13:20 - 13:50
von ButterblumeAufrufe : 247

Anmutig zieht ein Seeadler seine Kreise über der endlosen glitzernden Wasserfläche. Mit einem ansehnlichen Fisch in den Fängen erhebt er sich kurz darauf über die gemächlich ostwärts strömenden Fluten. Der Okawango im Süden Afrikas ist länger und breiter als der Rhein. 1800 Kilometer sind es von der Quelle im Hochland von Angola bis zu den Stellen, an denen schließlich auch die letzten Wassertropfen des mächtigen Stromes im Sand der Kalahariwüste versickern, weitab von der Küste des Indischen Ozeans.

Der Fluss ist mehr als nur eine Wasserader. Er ist ein weltweit einzigartiger Lebensraum. Vor allem das Flussdelta, wo die Sandmassen der Kalahari den Fluss allmählich in eine Vielzahl flacher Nebenarme und Kanäle auffächern, ist ein Paradies für Tiere, die im sumpfigen Papyrus-Dschungel leben. Besonders die Vogelwelt findet hier ideale Bedingungen. In den zahlreichen Gewässern ist der Tisch für Kormorane, Schlangenhalsvögel und den mächtigen Goliathreiher reich gedeckt. In die steilen, trockenen Uferwände haben schillernd bunte Eisvögel und Bienenfresser ihre Brutröhren gegraben. Wo noch Bäume die Ufer säumen, lauert nachts die Fischeule auf Beute. Und selbstverständlich lockt das Wasser auch die großen afrikanischen Säugetiere an: Ganze Elefantenherden finden sich zum baden und trinken ein, aber auch zahlreiche Antilopenarten. Die Sitatunga, oder Sumpfantilope, taucht bei der geringsten Störung blitzschnell unter und hält nur ihre Nasenöffnungen wie Schnorchel über Wasser.

Für Tierfilmer steckt die atemberaubende Fülle dieses Tierparadieses aber auch voller Strapazen und Risiken: Im undurchdringlichen Schilf lauern Krokodile, und Flusspferde erweisen sich bei Störung als gefährliche Angreifer. Trotzdem zog es Rudolf Lammers vier Jahre lang immer wieder in die faszinierende und noch kaum erschlossene Wildnis am Okawango. So entstand das einmalige Porträt eines Flusses, der endlose Strecken zurücklegt und doch nie das Meer erreicht.

 
 

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