| Phoenix: Deutsche Kolonien - ...und morgen die ganze Welt! 3/3 |
|
|
Freitag, 15. Januar 2010, 10:30 - 11:15
| von Ina | Aufrufe : 433 |
|
Voller Zuversicht waren die Deutschen 1914 zu den Fahnen geeilt, nicht nur im Reich, sondern auch in ihren so genannten Schutzgebieten in Afrika, der Südsee und China. Doch vom erträumten Weltreich waren schon wenige Wochen nach Kriegsbeginn nur noch kümmerliche Reste übrig. Hitler belebte den Traum von den deutschen Kolonien neu, doch die Niederlagen der deutschen Truppen an vielen Fronten veranlassten ihn 1943, alle Planungen für Afrika aufzugeben.
Im wichtigsten und bekanntesten Schutzgebiet, Deutsch-Südwestafrika, wurde die 5.000 Mann starke deutsche Truppe von der zehnmal größeren Übermacht der Südafrikaner erdrückt. Zur Heldengeschichte taugt aus deutscher Sicht einzig die Schlacht um Deutsch-Ostafrika. Unter Führung des Oberstleutnants Paul von Lettow-Vorbeck nahm die deutsche Schutztruppe den Kampf gegen eine vielfache britische Übermacht auf - und konnte sich bis nach dem Ende des Weltkriegs im Jahr 1918 durchschlagen.
Abgeschnitten von jeglicher Information kämpfte Lettow-Vorbeck sogar noch weiter, als in Europa schon die Waffen schwiegen. Das Ende der deutschen Kolonialgeschichte war zu diesem Zeitpunkt längst besiegelt und mit dem Versailler Vertrag erlosch jeder Anspruch Deutschlands auf seine ehemaligen Übersee-Territorien. Die Sehnsucht nach den Kolonien jedoch lebte weiter.
Kolonialausstellungen, Völkerschauen und Spielfilme zielten auf die nostalgische Verklärung der deutschen Kolonialzeit. Auch die Nazis bemächtigten sich des Themas. Schon früh forderten einige führende Köpfe die Rückgabe der Kolonien. Hitler sah im Osten Europas das vorrangige Ziel der deutschen Expansion, aber keineswegs den Endpunkt. Bei vielen der verbliebenen Deutschen in den ehemaligen Kolonien fiel diese Rhetorik auf fruchtbaren Boden. Das frühere Deutsch-Südwestafrika wurde zu einem Schwerpunkt nationalsozialistischer Aktivitäten.
Die Verbreitung des Deutschtums in aller Welt war eine bedeutende Facette des Rassenwahns im Dritten Reich. Doch wie schon im Ersten Weltkrieg durchkreuzte der tatsächliche Kriegsverlauf alle größenwahnsinnigen Pläne Hitlers. Stalingrad und die zunehmenden Niederlagen der deutschen Truppen an vielen Fronten veranlassten ihn 1943 endgültig, alle Planungen für Afrika aufzugeben.
Dokumentation von Gisela Graichen und Thomas Hies (2005) |
Zurück
JEvents v1.5.2
Copyright © 2006-2009
|