Hallo Forum
Hier mal ein erster Teil eines Reiseberichtes. Vieles könnt ihr über die Fotos nachvollziehen. Allerdings sind wir selektiv mit Fotos und publizieren keine dokumentarischen Bilder, die wir natürlich auch machen, nur qualitativ gute.
Nach Ankunft in Cape Town am frühen Morgen (den mühsamen Anflug erspare ich euch), holten wir unseren Wagen ab und fuhren Richtung Stadt. Bald hatten wir unser Guest House gefunden. Für uns stimmte Preis-/Leistungsverhältnis des Upperbloem-BB. Wir konnten der Gastgeberin sogar noch eine südafrikanische SIM-Karte abkaufen, was ohne Südafrika-Adresse ja sonst nicht mehr möglich ist.
Obwohl es von der Upperbloem-Strasse ein wenig steil ist, gingen wir zu Fuss in die Innenstadt, um uns einen ersten Eindruck zu verschaffen. In Cape Town machten wir das übliche Sightseeing-Programm mit Innenstadt, Boo Kap, Waterfront etc.
Für den Tagesausflug auf die Kap-Halbinsel starteten wir früh, damit wir den Massen aus dem Weg gehen konnten - dazu stressten wir unsere Gastgeberin Katrin, da wir früh frühstücken wollten, wie auch sonst auf der ganzen Reise. Wir leiden halt schon unter "seniler Bettflucht" 😉
Nach Halt in Muizenberg, um die farbigen Badehäuschen abzulichten, machten wir einen Halt in Simon's Town, um die Pinguinkolonie zu besuchen. Die Pinguine hatten Junge, denen sie in den Bruthöhlen versuchten mit ihrem Körper Schatten zu spenden. An der prallen Sonne fühlten sich die kleinen bereits am Vormittag sichtlich erhitzt.
Am Kap angekommen machten wir den Spaziergang den Hügel rauf und zum alten Leuchtturm. Bald hatte es uns jedoch zu viele Leute und wir fuhren zur Olifantsbos Bay, wo der Shipwreck Trail startet. Zuerst ging's dem Strand entlang bis zu zwei gestrandeten Schiffen und ausgebleichten Walknochen, dann landeinwärts durch Fynbos zurück zum Auto. Wir sahen Ibisse und Sunbirds, aber auch die ersten Bonteboks und Strausse. Tieren zu Fuss zu begegnen finde ich immer besonders aufregend, obwohl sie je nach Wind schneller fliehen als vor Autos. Die Wanderung dauerte ca. 2,5 Stunden.
Auf dem Rückweg fuhren wir trotz nicht optimalem Wetter über die Westküste und den kostenpflichtigen Chapman's Peak Drive. Dieser hat uns nicht besonders begeistert. Highway 1 in Kalifornien oder sogar die Axenstrasse am Vierwaldstättersee in der Schweiz fanden wir mindestens ebenso eindrücklich.
Dafür gefiel uns der Tagesausklang in einem Fischrestaurant in Camp's Bay sehr, wo wir eine gemischte Seafood-Platte und einen spritzigen Weisswein genossen.
Die Besteigung des Tafelbergs starteten wir wieder sehr früh. Unser Auto stellten wir beim Parkplatz bei Kloof Nek ab und folgten von dort dem Pipe Track bis nach Kasteelport, durchs Echo Valley bis aufs Plateau. Für den Abstieg nahmen wir die Bahn, da mir die steile Platteklip Gorge noch vom letzten Mal in Erinnerung war und wir unsere Knie schonen wollten. Uns hat besonders der Aufstieg auf der Westseite gefallen, da man dort phantastische Ausblicke über die Bay, den Lion's Head und die Kette der 12 Apostles geniessen konnte. Ausserdem blühten auch viele Pflanzen.
Der Ausflug in den Kirstenbosch Botanical Garden fanden wir auch sehr lohnenswert, einerseits landschaftlich auf der Rückseite des Tafelbergs, andererseits wegen der tollen Anlage und den vielen blühenden Pflanzen.
Nun hatten wir aber genug von der Stadt und wir fuhren wiederum am frühen Morgen nach Betty's Bay, wo wir zuerst eine Unterkunft suchten. Wir hatten ausser Cape Town und den Unterkünften in den Nationalparks keine Unterkünfte vorausgebucht, da wir nach den Weihnachtsferien ab Mitte Januar unterwegs waren. Wir hätten überall noch Unterkünfte bekommen, sogar in den Nationalparks. Nach den Schwierigkeiten mit dem frühen Frühstück in CT beschlossen wir, nur noch in Self-Catering-Unterkünften zu nächtigen, da wir damit viel freier in der Zeitgestaltung waren. Uns war unser selbstgemischtes Müesli mit Flocken, Früchten und Joghurt auch lieber als englisches Frühstück mit Speck und Eiern und Schaumgummi-Brot. Normalerweise fuhren wir zur Tourist-Information und fragten nach Self-Catering-Unterkünften, die nicht zu teuer sein sollten. Manchmal hielten wir auch gleich an einem netten Ort an und fragten, ob etwas frei sei.
In Betty's Bay logierten wir in einer umgebauten Garage direkt am Meer. Die nette Dame im Tourist-Office bestellte uns ein Taxi auf 13 Uhr beim Botanischen Garten. Dort liessen wir unseren Wagen stehen und fuhren per Taxi ins Kogelberg Nature Reserve. Von dort starteten wir zu einer unspektakulären aber sehr hübschen Wanderung dem Fluss entlang ansteigend bis zu einem Pass und steil abwärts an durch Drahtseil gesicherten Felsen entlang, durch die Oudebosch-Leopard's Gorge zum Harold Porter Botanical Garden, den wir am Schluss noch besichtigten. Wir begegneten die ganze Wanderung keiner Menschenseele. Es war alles in allem sehr schön, einen Monat früher hätten sicher noch mehr Proteen geblüht. Jetzt waren es praktisch nur noch die Pincushion-Proteas.
Von Betty's Bay fuhren wir über Gedandendal, wo wir die interessante alte Mission besichtigten. Anschliessend ging's nach Swellendam, wo wir ein hübsches Cottage im traditionellen Stil für 2 Nächte bezogen. In Swellendam besuchten wir das Drostdy Museum und machten einen Game Drive im Bontebok NP. Wir machten dort auch einen Spaziergang dem Fluss entlang, aber die Hitze und Insekten machten uns etwas zu schaffen. Ausser Bonteboks sahen wir Grey Rheeboks (sorry, meine Bestimmungsbücher sind alle in English), Strausse und einige hübsche kleinere Vögel. Eine gute Einstimmung auf Safaris.
Frei nach dem Motto "es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Ausrüstung", machten wir am anderen Tag eine lange Wanderung im Marloth Nature Reserve, obwohl es regnerisch und verhangen war. Um den Urwald zu sehen, stiegen wir zuerst zum Duiwelsbos Waterfall auf und wieder runter, stiegen dann bis auf ein Plateau in halber Höhe des Berges und machten auf dem Plateau eine Höhenwanderung, bevor wir wieder abstiegen. Die Gipfel waren nebelverhangen und deshalb blieben wir weiter unten. Dabei waren wir wieder alleine, begegneten allerdings einem Trupp Baboons, die wir schon von weitem hörten und die wir bei Spiel und Streit beobachten konnten. Die Wanderung durch die uns doch fremde Vegetation gefiel uns trotz Nässe. Wir sahen auch noch einige schöne Spinnen.B)
Von Swellendam fuhren wir über die Berge in die kleine Karroo. Wir landeten am Fuss der Swartberge auf der Farm Kruisrivier in einem umgebauten Pferdestall. Bilder und Infos hier:
http://www.kruisrivier.co.za/Accommodation_files/Stable/Gallery.html Die Farmersfrau war sehr freundlich und stellte uns jeden Einrichtungsgegenstand mit Erinnerungen an ihre Familie vor. Es fliesst ein kleiner Bach durch das Gelände und es gibt einen kurzen Wanderweg zu Straussenfarmen in der Umgebung - keine Showfarm wie in der Nähe von Oudtshoorn, sondern normale Bauernhöfe, wo Straussen neben Kühen grasen. Am anderen Tag wollten wir eigentlich in den Swartbergen wandern, aber diese waren so nebelverhangen, dass wir umdisponierten und die Cango Caves besuchten, da dort das Wetter keine Rolle spielte. Wir buchten die längere Adventure-Tour, die einen etwas tiefer in die Höhle führt und mit ein paar kleinen Kletterpartien und einer Rutschbahn recht lustig war. Allerdings sollte man nicht klaustrophobisch veranlagt sein. Die grosse Halle und auch kleinere Stalaktiten und Stalagmiten sowie andere Tropfformen waren schön und auch recht gut beleuchtet. Anschliessend fuhren wir noch nach Oudtshoorn, um unsere Vorräte aufzustocken.
Die Fortsetzung folgt baldmöglichst.
Lieber Gruss
Daniela und Markus